Gibt es Wunder?

Da gehen sie, als wären sie nie tot gewesen: Lazarus aus dem judäischen Dorf Betanien, Jesu Freund, Bruder von Maria und Martha, der bereits vier Tage im Grab gelegen hatte (Johannesevangelium 11, 14-17).

Oder die Tochter eines Gemeindevorstehers namens Jaïrus, an deren Totenbett die Flötenspieler bereits versammelt waren (Matthäus 9, 18). Mal bringt die energische Aufforderung „Kommt aus dem Grab heraus" den Toten ins Leben zurück, mal erhebt sich das Menschenkind, kaum dass Jesus es bei der Hand gefasst hat.

Da geht er, als wäre er nie gelähmt gewesen, der Bettler am Tempel, „lahm von Mutterleibe" (Apostelgeschichte 3, 2); ihn ergriff Jesus „bei der rechten Hand und richtete ihn auf".

Es geschehen Wunder oder, wie sie in der Bibel genannt werden, Zeichen und „Krafttaten". Rund 30 schreiben die Evangelien Jesus zu: Krankenheilungen, Dämonenaustreibungen, Totenerweckungen und eine Reihe „Naturwunder": Wasser verwandelt er in Wein, er beruhigt die aufgepeitschten Sturmwellen des Meeres.

Ist das wirklich möglich? Stimmt das, was in der Bibel steht? All diese Wunder haben etwas gemein: Sie „überschreiten die Grenzen des menschlich Möglichen" und berufen sich dabei auf Jesus Christus (Gerd Theißen).

Näher rückende Heilszukunft

Als Wunder gelten „besondere Taten, die im Volk den Eindruck von Jesu Vollmacht vertieften", heißt es im Evangelischen Gemeindekatechismus. „Das wahre Wunder, von dem Jesus sprach und handelte, war die erwartete Offenbarung Gottes."

Die Wunder erhalten ihre Bedeutung also durch die näher rückende Heilszukunft. Sie sind gleichsam eine „Anzahlung" auf die neue Zeit, in der Krankheit und Unrecht besiegt sind, Gewalt dem Frieden gewichen ist, die ganze Schöpfung aufatmet.

Aber Achtung: Die Wunder sind keine objektiven, gleichsam gerichtsverwertbaren Beweise. Zwar beglaubigen die Wunder Jesu besondere Rolle als Heilsgestalt der neuen Zeit, aber wer ihm neue Wunder nur zur Legitimation seiner Messiasrolle abverlangt, ist nach biblischem Verständnis bereits auf dem Holzweg und geht mit seinen Wunderwünschen leer aus.

Ist bei den Hilfsbedürftigen aber etwas Glauben, etwas Vertrauen da, selbst noch so klein und voller Zweifel, geht der Mann aus Nazareth auf die Wünsche ein. Eine sachlich-neutrale Beobachtung von Wundern ist also prinzipiell unmöglich.

Ja, es gibt Wunder, und das bis heute. Nicht unbedingt so wie in den mittelalterlichen Wallfahrtskirchen und in den heutigen Heilungsgottesdiensten der Charismatiker, wo Krücken und Rollstühle zur Seite gestellt werden und Gelähmte mit geradem Rücken und erhobenen Hauptes nach Hause gehen. Wunder als Durchbrechung der wissenschaftlich bekannten Kausalitäten sind äußerst unwahrscheinlich.

Besondere literarische Erzählform

Aber Wunder gibt es in zahlreichen anderen Formen: als Wunder der Liebe und der Lebenserrettung, der Versöhnung und Genesung. Wunderberichte lassen sich nur „verstehen", wenn man sie als eine besondere literarische Erzählform sieht, die übrigens auch außerhalb der jüdisch-christlichen Tradition weit verbreitet war.

Diese literarische Gattung erkennen zu lernen brauchte seine Zeit. Ein passende Betrachtung biblischer Texte kam erst mit der so genannten formgeschichtlichen Exegese. Waren bis zur Aufklärung die Wundergeschichten noch als Tatsachenberichte gelesen worden, wendete sich nun das Blatt.

Der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) hatte noch argumentiert: Als Jesus den Sturm auf dem Meer stillte, fuhr das Boot wohl um eine Landzunge herum in eine windstille Bucht. So könnte es gewesen sein.

Doch das hätte in den Schreibstuben der Bibelautoren niemanden interessiert. Naturwissenschaftliche Deutungen laufen der Absicht der Wundererzähler entgegen. Nur wenn man diese Geschichten auf ihren Stil und ihre religiöse Sinnspitze hin abklopft, entgeht man der Falle der naturwissenschaftlichen Wunderanalyse.

Die Frage heißt: Mit welcher Absicht haben die Christen solche Berichte erzählt? Die Antwort: Sie sollen den Wundermann als Propheten und Vorboten des kommenden Gottesreiches erscheinen lassen.

In diesem religiösen Sinn, nicht als Show, wird es weiter Wunder geben. Einschneidende Ereignisse werden das Leben von Menschen auch weiter verändern. Christen haben auch weiter den Auftrag, Zeichen zu wirken - getreu dem gar nicht bescheidenen Wort: „Heilt die Kranken und verkündet das Evangelium."

Eduard Kopp

Nicky
am 19. Mai 2007 um 00:07
ich kapier es nicht auf der suche bei google stand religion für einteiger glauben sie an wunder?Aber hier findet man keine Antwort auf die Frage
Ben Kalenol
am 9. Juli 2007 um 18:15
Nicki welche Fragen hast du denn?
Eduard Kopp hast du Schuhe an?
Jürgen
am 6. März 2008 um 20:06
Selbstverständlich gibt es Wunder.
Das größte Wunder für mich ist daß Gott mich liebt.
Daß er Jesus schickte um für mich zu sterben und es möglich machte mich zu retten.
Ich muß es nur akzeptieren und glauben.
Jürgen Sievers
am 17. November 2008 um 04:34
Es ist ein Wunder daß die Sonne und der Mond aufgehen und zwar pünktlich
Es ist ein Wunder daß ich einen toten Kern oder Stein in die Erde pflanze und, siehe da, es wächst was raus.
Nicht nur einmal sondern tausendfach.
Es ist ein Wunder daß es Jahreszeiten gibt.
Es ist ein Wunder den Sonnenuntergang zu beobachten am Meer, was wieder täglich zweimal Ebbe und Flut schickt, garantiert.
Es ist ein Wunder wenn man in einer dunklen , wolkenlosen Nacht den Nachthimmel anschaut.
Es ist ein Wunder den Sonnenaufgang zu beobachten. Riesige Explosionen auf der Sonne und genau in der Entfernung von uns.
Geh mal raus in die Sonne: Sie erklärt: Da ist ein Gott !
Es ist ein Wunder wenn mein Auge die nahegelenden Zeilen genauso leicht liest wie das entfernte Schild.
Aber das größte Wunder für mich ist meine Rettung, wie ich von Neuem geboren bin. Wie Gott mir den Heiligen Geist gab.
Wie er mir ein neues Herz gab ohne sichtliche Narben.
Verdient habe ich ganz was aderes denn der Sünde Lohn ist der Tod.
Na also: Es geht mir besser wie ich's verdient habe.
Ich nehme an ich werde die ersten 10.000 Jahre benutzen um IHN zu danken.
Danke Jesus. Danke Jesus. Danke Jesus.
Thank you Jesus. Thank you Jesus.
Gracias Jesus. Gracias Jesus.
Hört sich schön an egal welche Sprache man benutzt.
heut
am 18. Februar 2009 um 15:24
Natürlich gibt es keine Wunder, das wäre lächerlich und gegen die Naturgesetze. Es gibt KEIN von unabhängiger Seite bezeugtes Wunder, alles andere sind Dinge, die unter normalen Bedingungen auch passieren oder schlicht Zufall sind. Ärzte bringen heute täglich "Tote" wieder ins Leben zurück, Chinesen lassen es auf Bedarf regnen und es gibt eine Menge technischer Neuerungen, die noch vor 200 Jahren als "Wunder" betitelt würden. Ein Wunder würde den Naturgesetzen zuwiderlaufen und trotzdem keinen Schaden zufügen. In fiktiven Büchern wie der Bibel geschriebene "Gleichnisse" sind doch nie Realität gewesen, wie dass die Erde stillsteht. Wir würden alle ins Weltall schweben und aus wäre es mit der Erde. Ist doch lächerlich.
Willibald Oskar MOESENBACHER
am 14. Februar 2010 um 01:46
Mit dem Herzen Jesus suchen und Wunder ereignen sich für Dich!

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