Ist Gott allmächtig?
„Großer Gott, steh uns bei!" Diese Schlagzeile, mit der am Tag nach den Terroranschlägen von New York und Washington die „Bild"-Zeitung erschien, war vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen.
Hilf- und sprachlos hatten sie vor dem Fernseher gesessen, fassungslos angesichts des Ausmaßes der Katastrophe, voller Mitleid für die betroffenen Opfer und ihre Familien. Als Schlagzeile ein Stoßgebet, wie es eindrücklicher nicht sein kann.
„Wo warst du, lieber Gott, in Eschede?" So hatte ein Boulevardblatt noch im Juni 1998 getitelt, nachdem der ICE Wilhelm Conrad Röntgen bei Eschede 101 Menschen in den Tod gerissen hatte.
Fahrgäste, die damals in den vorderen Wagen fast unverletzt überlebten, sagten den Journalisten später: „Gott hat mich vor dem Tod bewahrt." Die Angehörigen derer, die in den Trümmern der Wagen zu Tode kamen, hingegen fragten sich verzweifelt: „Warum hat Gott uns dies angetan? Warum hat er diese Katastrophe nicht verhindert? Konnte er nicht in letzter Minute die Notbremse ziehen?"
„Wo warst du, Gott?" - „Gott, steh uns bei!" Das sind zwei ganz und gar unterschiedliche Weisen, mit einer Katastrophe umzugehen: hier die quälende Frage nach der Allmacht Gottes („Warum lässt ein liebender, allmächtiger Gott diese Katastrophen zu?"), dort ein vertrauensvolles Gebet. Hier ein philosophisches, logisch letztlich unlösbares Problem, dort ein Bekenntnis.
Die Weise, wie Kirche und Öffentlichkeit das Inferno von New York und Washington zu bewältigen suchen, zeigt die Stärke des zweiten Weges: „Du wirst alle Tränen von den Augen abwischen", zitierte Bischöfin Margot Käßmann.
"Nicht tiefer fallen als in Gottes Hand"
Und angesichts der aus den Hochhäusern stürzenden Menschen drückte Bischof Wolfgang Huber die tiefe Hoffnung aus, dass wir Menschen „nicht tiefer fallen können als in Gottes Hand".
Still ist es in diesen Wochen um die komplizierte Allmachtstheologie. Und dennoch: Alle christlichen Glaubensbekenntnisse formulieren, dass Gott allmächtig ist. Die Worte im Apostolischen Credo lauten: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer des Himmels und der Erde."
Eine schwere theologische Bürde, weshalb die Suche nach Neuformulierungen voll im Gange ist. Seit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 1999 in Stuttgart ist der Streit über das Bekenntnis zur Allmacht Gottes nicht zur Ruhe gekommen.
Damals beteten die Protestanten ersatzweise: „Ich glaube an Gott, der die Liebe ist..." Doch inzwischen ist klar: Das heikle, den Juden und Muslimen wichtige Bekenntnis zu Gottes Allmacht lässt sich nicht einfach wegwischen.
Stütze für den Monotheismus
Sicherlich hatte dies seine große historische Bedeutung zur Abgrenzung von anderen Religionen und Denkströmungen der Antike. Es diente als Stütze für den Monotheismus, den Glauben an einen einzigen Gott, gegen die unordentlichen Verhältnisse im griechischen und römischen Götterhimmel, wo etliche höhere Wesen gegeneinander kämpften.
Doch für die Menschen der Moderne enthält die Vorstellung von Gottes Allmacht zu viele unerträgliche logische Widersprüche.
Dass Gott für ein von Menschen verursachtes Unglück direkt verantwortlich ist, lässt sich zumindest logisch ausschließen. Gott hat nach biblischem Bekunden eindeutig freie Menschen erschaffen. Warum und wie sollte er sie dann lenken wollen, ihre Eigenverantwortung durchkreuzen?
Die Logik versagt allerdings kläglich, wenn Menschen wahllos und ungerecht zu Opfern werden. „Warum gerade ich?" - diese Frage ist prinzipiell nicht mit Logeleien, sondern nur mit Handeln zu beantworten: durch Hilfe, Zuneigung, Trost.
Gottes Allmacht ist im Neuen Testament (anders als im Alten) kein zentraler Begriff. Das kennt zurückhaltendere Formeln, zum Beispiel diese: „Alle Dinge sind möglich bei Gott" (Markus 10, 27).
Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens ist etwas anderes als die Omnipotenz: Dieser Gott ist in seinem Sohn verfolgt, verurteilt, gekreuzigt worden - aus Liebe zu den Menschen. Die Nähe zum Menschen, nicht die Herrschaft über ihn: Das ist seine Dimension.
Hans Jonas, jüdischer Philosoph und Autor, dessen Mutter im KZ getötet wurde, zog 1984 eine harte Konsequenz aus dem millionenfachen Judenmord im Holocaust. Er strich ein für alle Mal die Allmacht Gottes aus seinem Denken. Viele Christen halten gleichwohl an ihr fest. Anderen sind die Prinzipien der Liebe, des Vertrauens und der Geborgenheit für ihr Leben wichtiger.
Eduard Kopp

Kommentare: 12
Wo war Gott als Sodom vernichtet wurde?
Am 3,6 Oder wird die Posaune in der Stadt geblasen, und das Volk sollte nicht erschrecken? Oder geschieht ein
Unglück in der Stadt, und JHWH hätte es nicht bewirkt
Eindeutige Antwort: JA.
Es gibt immer Menschen, die fragen, wo Gott denn bei einem Unglück gewesen sei; meistens aber Ungläubige. Warum fragen diese "Ungläubigen" denn nicht nach Gott, wenn es ihnen gutgeht? Nein, dann bleibt die "Schublade", in der sie Gott abgelegt haben, zu.
Wenn Hans Jonas, jüdischer Philosoph Gott aus seinem Denken gestrichen hat, darf er - bei allem Schmerz - nicht vergessen, dass es hunderte von Millionen Menschen gegeben hat, denen es noch viel schlimmer ergangen ist. Und an dieser Geschichte haben auch Juden mitgewirkt.
Darum: Richte nicht, damit du nicht gerichtet wirst.
Wir jedenfalls bleiben, und wenn es uns zwanzig Hälse kostet, in Gottes Geborgenheit und Liebe.
Amen
sie sagen das gott allmächtig ist?! Dann begründen sie diese Aussage mit "Beweisen" und Fakten
Aber das G´tt dies dann wollte, das werde ich Glauben!
Kein Wunder daß er nicht geantwortet hat. Auf der Erde wo sie stehen, die Sonne die jeden Morgen aufgeht, die Sterne die er am Abend bei Namen ruft und sie erscheinen.
ALLES geschaffen von Gott. Lesen Sie es nach in der Bibel.
Sogar die Bäume wissen wenn es Herbst wird wenn sie die Farbe ändern. Wir können mit all unser Geld noch nicht mal eine Blume schaffen.
Oder glauben Sie daß es alles Zufall ist und meine Tante im Zoo wohnt ?
Lesen Sie mal Römer 1:20 dann wissen Sie daß es keine Entschuldigung gibt.
auch einen Stein erschaffen, der so
schwer ist, dass nichteinmal Gott ihn
hochheben kann?
Offb. 3:20
Hört gut zu. Ich stehe vor der Tür und klopfe an.
Wenn jemand meine Stimme hört und öffnet, werde ich bei ihm einkehren.
Ich werde mit ihm essen und er mit mir.
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Ist dir was aufgefallen ?
Um Jesus zu hören mußt du schweigen.
Also allmächtig ist schonmal gar nichts auf der Welt und wer das weiterhin glaubt, muss doch voll in Angst leben.
Das ist ein wenig Glaube zu viel
Gott existiert nich..ganz einfach!
Die Biebel ist ein Märchenbuch :P
Was in der Bibel steht, ist oftmals sehr
fraglich. Aber hat diese ganze Sache nicht
einfach nur mit dem Glauben zu tun? Braucht
ein einfacher Mensch wirklich Beweise? Wenn
man nicht glaubt, oder atheistisch ist, dann
braucht man Beweise.
Aber ein Mensch, der seiner Bibel und seiner
Religion vertraut, braucht keine Beweise.
Und ehrlich gesagt halte ich es für eine
Beleidigung, nach Beweisen zu fragen.
Irgendwo auch etwas dumm, was will man denn
da schon erwarten?!
Danke.
So heißt es im Lukasevangelium in Kapitel 18, Vers 27. Ich denke, bei allem was in den letzten Jahren passiert ist, (Von den Naturkatastrophen, wo unzählig viele Menschen starben, bis zur Weltwirtschaftskrise, wo so viele Menschen alles verlieren) kann man nicht sagen, dass Gott daran Schuld ist. Und was mir in diesem Glauben hilft, das ist eben dieser zu Beginn genannte Vers (übrigens die Jahreslosung des vergangenen Jahres). Aber warum? Ich denke, wir sollten diese Aussage zunächst in drei Einzelfelder aufteilen:
Erstens: Was bei den Menschen möglich ist,
Zweitens: Was bei den Menschen unmöglich ist
und schließlich drittens was bei Gott möglich ist.
Alles was auf der Welt und darüber hinaus geschieht gehört in die 3. Gruppe, was bei Gott möglich ist. Dass die Sonne jeden morgen wieder aufgeht, dass die Vögel zwitschern und dass der Regen Früchte gedeihen lässt. All das!
Das wenige, welches wir Menschen können, das passt in die 1. Gruppe, was bei den Menschen möglich ist. In dieser Gruppe sehe ich Lateinvokabeltests, die wir durch Lernen mit einer guten Note abgeschlossen hat, ich sehe all die Bauarbeiter, die Häuser bauen können und die - vom Menschen geschaffenen - Flugzeuge, die fliegen.
Alles, was wir ohne ihn nicht schaffen, das gehört in die zweite Gruppe, was bei den Menschen unmöglich ist. Was bei den Menschen unmöglich ist, dass ist bei Gott möglich?
Wenn wir uns diesen Vers vor Augen halten, dann ist bei Gott doch alles möglich. Warum hat er uns nicht vor diesen Katastrophen bewahrt? Sollte es etwa noch eine 4. Kategorie geben, was bei Gott unmöglich ist? Oder will er uns etwa bestrafen? Sollen all diese Dinge Vergeltung für Sünden sein? Ist es das, was er will?
Nein, all das ist es nicht. Unser Gott ist ein allmächtiger Gott, er hätte diese Katastrophen verhindern können! Unser Gott ist ein liebender und verzeihender Gott, er will uns nicht bestrafen! Wir müssen den Fehler an einer ganz anderen Stelle suchen: Wir sind es: Die Menschen! Seit dem Sündenfall Adam und Evas sind wir es, die fehlerhaft sind. Bei uns ist schließlich nicht alles möglich...
All diese Katastrophen gehören in die ersten beiden Gruppen, was bei den Menschen möglich und unmöglich ist. Klar, Gott hätte all das verhindern können, er hätte uns auch mit diesen Katastrophen als Strafen heimsuchen können. Das hat er aber nicht, denn das kann der Mensch auch ganz allein!
Wir sind es, die mit Flugzeugen Hochhäuser in die Luft sprengen und tausende Menschen töten! Wir sind es, die für die Erderwärmung verantwortlich sind, die uns durch die Schmelzung der Pole solche Naturkatastrophen beschert! Wir sind es, die Gottes wunderbare Schöpfung zerstören und die Konsequenzen für unser eigenes Tun tragen müssen. Nicht die Konsequenzen, die Gott uns erleben lässt. Sondern die Konsequenzen unseres eigenen Handelns!