Müssen Pfarrer bessere Menschen sein?
Auf einmal nannten ihn die Zeitungen nur noch den „Todespastor". Ein Pfarrer aus Niedersachsen hatte seine Frau erschlagen. Doch damit nicht genug: Eine andere Frau hat er auch noch gehabt.
Und mit ihr soll er angeblich wenige Stunden nach der Mordtat im Bett gewesen sein. Das Gericht verurteilte den Pfarrer nach einem Indizienprozess zu acht Jahren Gefängnis. Gut drei Jahre ist das her.
Ein Pfarrer als Mörder und Ehebrecher? Das erscheint der Öffentlichkeit als eine noch größere Zumutung, als wenn „normale" Menschen so etwas tun. Aber selbst wenn es nicht gleich um Mord und Totschlag geht, schlagen moralische Verfehlungen von Pfarrerinnen und Pfarrern besonders hohe Wellen.
Warum eigentlich? Gilt für sie eine höhere Moral als für andere? Müssen Pfarrerinnen und Pfarrer bessere Menschen sein?
Der Streit um die moralische Fehlbarkeit ihrer Amtsträger ist so alt wie die Kirche selbst. Schon im Neuen Testament finden sich klare moralische Weisungen. So heißt es im ersten Timotheusbrief über den Geistlichen, er soll „untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, (...) einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit".
Glaubenstreue im Mittelpunkt
Doch bereits in der Alten Kirche stieß der hohe moralische Anspruch an die eigenen Amtsträger an Grenzen und führte zu Konflikten. Sie entzündeten sich an der Frage der Glaubenstreue. Ab dem dritten Jahrhundert war es im Römischen Reich zu systematischen Christenverfolgungen gekommen.
Unter Androhung von Tod und Folter hatten viele Christen, auch Priester und Bischöfe, ihrem Glauben abgeschworen und dem Kaiser und den alten Göttern gehuldigt. Wie war es fortan mit den Sakramenten,
die diese weiter spendeten, mit Taufe und Abendmahl? Waren sie gültig oder ungültig? Wie waren die Umfaller überhaupt zu behandeln? Konnte ihnen die Kirche vergeben? Durften sie weiter Priester sein?
Nach langem Streit entschied sich die Kirche: Die Sakramente sind unabhängig von der Moral und Würdigkeit ihrer Spender gültig.
Damit schaffte sie sich eine Menge Probleme vom Hals. Wenn folglich ein Pfarrer oder Bischof persönlich versagte, stand nicht mehr gleich die Glaubwürdigkeit der ganzen Kirche auf dem Spiel.
Es wurde deutlich unterschieden zwischen dem geheiligten Amtsträger der Kirche und seinem Dienst einerseits und dem sündigen Menschen andererseits. Die heiligen Handlungen aber, die er Kraft seines Amtes vollzog, blieben von seinen Sünden grundsätzlich unberührt.
Keine exklusive Vollmacht mehr
Auf der anderen Seite hielt die Kirche aber daran fest, dass der geweihte geistliche Stand doch etwas qualitativ anderes ist als das normale Kirchenvolk. In der römisch-katholischen Kirche ist das bis auf den heutigen Tag so.
Ohne einen geweihten Priester, der als Mittler zwischen Gott und Mensch tritt, kann es nach römisch-katholischem Verständnis zum Beispiel keinen vollgültigen Gottesdienst geben.
Die Reformatoren des 16. Jahrhunderts lösten den Priesterstand als Institution mit eigener, exklusiver Vollmacht auf. Die protestantischen Kirchen orientieren sich von Beginn an konsequent am Leitbild des
„Priestertums aller Getauften". Zwar gibt es auch in diesen Kirchen Pfarrer und Bischöfe, Männer und Frauen. Sie stehen aber nicht als geistlicher Stand, das heißt als exklusive Vermittlungsinstanz für das Verhältnis zu Gott, den Gläubigen gegenüber.
Sie haben lediglich aufgrund ihrer theologischen Ausbildung eine besondere Qualifikation, Gottesdienste abzuhalten und die Bibel auszulegen. Das ist etwas grundlegend anderes als das priesterliche Amtsverständnis der römisch-katholischen Kirche. Und es hat erhebliche Konsequenzen für unser Bild vom Pfarrer.
Glaubwürdigkeit in Frage
Zwar spricht man auch im Protestantismus von „Geistlichen", obwohl die Amtsträger ebenso „weltlich" sind wie andere Kirchenmitglieder. Und Pfarrerinnen und Pfarrer müssen streng genommen auch keine besseren Menschen sein. Um ihren Auftrag zu erfüllen, nämlich das Evangelium zu verkündigen und die Sakramente zu verwalten, ist dies jedenfalls nicht notwendig.
Doch so einfach ist das im alltäglichen Gemeindeleben nicht. Eine radikale Trennung von Person und Amt ist in der Praxis schwierig. Denn zwangsläufig werden Pfarrerinnen und Pfarrer an den Prinzipien gemessen, die sie verkündigen.
Wenn ein Pfarrer predigt, die Gemeinde solle sich im Umgang mit den Armen ein Vorbild an Jesus nehmen, selbst jedoch unmäßigem Luxus frönt, ist das der Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft abträglich.
Und wenn er Treue predigt, aber seine Ehefrau betrügt, dann rückt er seine Kirche in ein schiefes Licht. Es ist nötig, dass Pfarrer mit ihrem Lebenswandel nicht eine „Gegenpredigt" zur Botschaft ihrer Kirche halten.
Zumindest eine „mittlere Anständigkeit" sollten Pfarrer im Amt wahren, so drückte es einmal der frühere hannoversche Landesbischof Horst Hirschler aus. Auch wenn über die Grenzen des Anstands immer wieder zu reden ist, denn sie unterliegen dem Wandel der Zeiten wie viele andere Normen und Bräuche.
Reinhard Mawick

Kommentare: 8
In der Schrift steht, dass jeder sich selber prüfe. Darum fragen wir, was hat sich bis dato verbessert?
Sie sprechen in Ihrem Artikel von einem Mittler, der zwischen Gott und die Menschen tritt.
Damit es ein für allemal klar ist:
Es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen: JESUS CHRISTUS.
Alle, die ein geistliches Leben führen, müssen, und das ist das wenigste, nach den Geboten Gottes leben.
Um die Sache zum Schluss zu bringen: Selbstverständlich müssen die Geistlichen bessere Menschen, oder anders ausgedrückt ein gottgefälliges Leben, deren Grundlage die Heilige Schrift ist, vorleben.
Möge Gott uns die Weisheit schenken, das Gute und das Richtige zu erkennen.
Der Pfarrer -
12 Impulse zum Nach- und Umdenken
– “Die Kirche ist zwar abgefallen, aber unser Pfarrer hat noch eine klare Stellung. Er predigt ein gutes Wort”.
– “Unser Pfarrer hat einen schweren Stand und braucht viel Fürbitte”.
So hört man manchmal Menschen reden. Das wirft die Frage auf:
Was ist es eigentlich um den Pfarrer? Seine Arbeitsgrundlage ist die Bibel.
Was sagt sie selbst über den Pfarrer? Tragen wir einige Punkte zusammen:
1. Der Pfarrer tritt auf im Talar, d.h. in einem langen, unpersönlich wirkenden schwarzen Gewand, das in keiner Weise als Alltagskleidung tauglich wäre. Es ist etwas ganz Besonderes, das die Person dessen, der den Talar trägt, würdigen, hervorheben und ehren soll, ganz besonders aber sein amtliches Handeln als Kirchenmann anzeigt. Man hat es dann nicht einfach mit einem Menschen, sondern mit einem “geistlichen Beamten”, einem kirchlichen Würdenträger, zu tun. Solche Würde ist nichtig vor Gott. Bei den Nachfolgern Christi sucht Gott eine andere Würde.
Der Herr Jesus trug keinen Talar oder dergleichen – ER war gekleidet wie andere Menschen auch. Und dies war ER immer, ob auf Wanderschaft oder im Tempel. Nicht umsonst warnte der Herr Jesus selbst:
“Hütet euch aber vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern einhergehen wollen und die Begrüßungen auf den Märkten lieben und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern;...” (Lukas 20:46).
Erinnern diese Worte nicht an den Pfarrer (Luther: “Pfarrherren”)?
2. Der Pfarrer ist Angestellter einer Organisation mit zentraler Führung: Er ist der Kirchenleitung unterstellt.
Er gehört zur klerikalen Führungshierarchie einer in “Geistliche” und “Laien” gegliederten Organisation. Das Neue Testament kennt eine solche Trennung nicht (“Priester-” bzw. “Pastorensystem”, so auch in Freikirchen), vgl. 1. Petr. 2:9: “Ihr [alle] aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum,...”
3. Die Kirche ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, d.h., eine gemäß den Grundlagen des weltlichen Staates organisierte Körperschaft.
“Körperschaften des öffentlichen Rechts” (KdöR) sind “rechtsfähige Verbände zur Wahrnehmung staatlicher Aufgaben unter Staatsaufsicht” (dtv-Lexikon).
Das heißt, Kirchen und Freikirchen (z. B. BefG-Baptisten, BFP-Pfingstler) mit KdöR-Status nehmen staatliche Aufgaben wahr, wobei sie sich an die vom Staat festgelegten Prinzipien halten müssen und vom Staat beaufsichtigt werden. Die auf Jesus Christus gegründete Gemeinde ist jedoch weder ein rechtsfähiger Verband auf der Grundlage “öffentlichen Rechts”, noch Erfüllungsgehilfe des Staates.
Der Pfarrer ist daher nicht Glied eines allein nach den geistlichen Grundsätzen des Neuen Testaments zusammengefügten Organismus (1.Kor. 12-14, Epheserbrief, beide Timotheusbriefe u.a.m.), sondern Repräsentant der auf bibelwidrigen Prinzipien aufgebauten Institution “Volkskirche” (vgl. die folgenden Punkte).
4. Der Pfarrer ist Glied einer Organisation, die auf sakramentalem Denken und Handeln beruht. Hierzu zählt insbesondere:
5. Der Pfarrer führt die Kleinkindzwangsbeträufelung aus, das wesentlichste “Sakrament” der Organisation Kirche. Gewissermaßen als Sakramentsvollstrecker handelt er gegen die Heilige Schrift, welche niemals eine solche Sakramentshandlung lehrt. Im Neuen Testament, welches die Grundlage des Christenlebens ist, finden wir kein sakramentales Denken oder Handeln, vielmehr ist alles auf die Entscheidung im Herzen des Menschen ausgerichtet: Zuerst die bewusste, mit vollem Verständnis und im Vollbesitz der geistigen Kräfte gewollte Umkehr, danach die Taufe, u.a. als das bewusste Begehren eines guten Gewissens vor Gott (1. Petr. 3:21), als Mitbegrabenwerden in Christi Tod (Rö. 6:4), in gewissem Sinne auch als ein sichtbares Zeichen dessen, was innerlich vorangegangen ist. Das Sakramentsprinzip hat die evangelische Kirche bekanntlich mit der katholischen Kirche gemeinsam.
6. Mit der Konfirmation nimmt der Pfarrer (als verantwortliche Person) die “Aufnahme in die Gemeinde” vor, einschließlich Abendmahl. Damit setzt er den irreführenden Weg, den er mit der so genannten Kindertaufe begonnen hat, fort (für sich selbst und besonders für die jungen Leute, denen dadurch ein “Glaubensstand” angedichtet wird). Glied der neutestamentlichen Gemeinde wird man aber nur durch persönlichen Glauben, d.h. Bekehrung und Empfang des Heiligen Geistes mitsamt der damit einhergehenden Taufe (Matth. 28:19.20; Mk. 16:16; Apg. 2:38.41; Rö. 10:8-16 u.v.a.).
7. Der gläubige (wiedergeborene) Pfarrer ist berufsbedingt zur Heuchelei verpflichtet:
Jeden Sonntag muss er Ungläubige als “liebe Gemeindeglieder” bzw. als “Bruder” und “Schwester” in Christo ansprechen und gegebenenfalls das Abendmahl austeilen, welches doch nur wirkliche Nachfolger Jesu nehmen dürfen. Ebenso bei Beerdigungen: “Unser Bruder ging von uns”, obwohl es ein sehr gottloser Mensch war (aber er hatte den Mitglieds- bzw. Taufschein). Lügt ein gläubiger Pfarrer hier nicht wider besseres Wissen? Wie ist so etwas möglich? Einer der Gründe dafür könnte sein:
8. Der Pfarrer erhält ein hohes Gehalt.
Er erhält sein Gehalt zum größten Teil nicht von Gläubigen, sondern von den Kirchensteuerzahlern, die biblisch gesehen gar keine Gläubigen, sondern in der Regel Heiden sind, d.h., ebenso wie prinzipiell kirchenferne, ungläubige Menschen der Finsternis (Eph. 4:17f.; 2. Tim. 3:5 u.a.), jedoch mit christlichem (Taufschein-) Anstrich.
Der Pfarrer lebt also von denjenigen, welchen er das Evangelium erst verkündigen müsste, damit sie zur Buße, Bekehrung und Wiedergeburt gelangen!
Während der Apostel Paulus seinen Lebensunterhalt mit seinen eigenen Händen verdiente (“wir mühen uns ab, mit unseren eigenen Händen arbeitend...” 1.Kor. 5:12), gibt es kein neutestamentliches Vorbild dafür, dass sich ein Evangelist oder Verkündiger von den Menschen ernährte, welchen er das Evangelium verkündigen sollte. So etwas kann kaum gut gehen, ziemlich sicher wird es enden, wie in dem bekannten Motto formuliert ist: “Wes Brot ich ess', des Lied ich sing”.
Im Unterschied dazu erkennen wir am biblischen Vorbild: Ein Christ muss von denjenigen, welchen er das Wort Gottes verkündigt, innerlich und äußerlich vollkommen unabhängig sein (vgl. 3.Joh. 7), sonst wird er nie wie der Prophet Micha sagen können: “So wahr der HERR lebt, was mein Gott sagen wird, das werde ich reden” (2.Chr. 19:13). Dies ist einem gläubigen Pfarrer kaum möglich, denn tut er dies, kann er sehr gewiss damit rechnen, in Kürze seine Kündigung zu erhalten. Dazu ist er aber erfahrungsgemäß nicht bereit und er bleibt daher freiwillig hinter dem biblisch gebotenen Maß zurück, sei es auch nur ein (scheinbar) Weniges. An dieser Zwickmühlensituation ändert auch die von manchen Kirchenleitungen fallweise eingeräumte Toleranz, die sogenannte Kinder“taufe” verweigern zu dürfen, nichts; denn spätestens, wenn der Pfarrer aktiv zur Wahrheit in der Tauffrage Stellung nimmt, ist es mit der Toleranz vorbei.
In welchem Maße ein Pfarrer das Wort Gottes überhaupt kompromisslos verkündigen kann, erkennt man auch an folgendem Sachverhalt:
9. Dem Pfarrer wird der sonntägliche Bibelabschnitt vorgeschrieben.
Wenn Gott den Zuhörern am Sonntagmorgen einen bestimmten Bibeltext nahebringen will, sind IHM, bildlich gesprochen, die Hände gebunden, denn die Kirchenleitung hat bereits im voraus die der Predigt zugrunde zu legenden Bibelabschnitte ausgewählt. Der Pfarrer braucht demzufolge keine Leitung des Heiligen Geistes, worüber er predigen soll. Die “Geistes”-Leitung der Kirche genügt. Solches ist jedoch der neutestamentlichen Predigt fremd. Es ist ein weiteres Indiz für die autoritäre Struktur der Organisation Kirche, welche mit dem lebendigen Leib Christi, in dem Gott der HERR durch den Heiligen Geist regiert, nichts wesentlich gemein hat.
10. Der Pfarrer gehört ebenso zu einer “Amtsbruderschaft”.
Pfarrer und Pfarrerinnen sind über das Band des gemeinsam durchlaufenen gottlosen Theologiestudiums an einer staatlichen Universität miteinander verbunden und bekunden damit dessen scheinbare Notwendigkeit für einen geistlichen Dienst. Der Pfarrer steht mit Frauen und Männern vereint in einem Tätigkeitsstand (“Beruf”), der biblisch gesehen ausschließlich dem Mann vorbehalten ist (1.Tim. 2:12). Auch die Bezeichnung (Pfarr-) “Amt” ist biblisch nicht korrekt – richtig wäre “Dienst”.
11. Die Kirchenzugehörigkeit bietet Schutz vor Verfolgung.
Als Glied einer staatlich anerkannten und unterstützten Religion (man denke z.B. an die vom Staat bezahlten, im Beamtenstatus stehenden Theologieprofessoren) gehört der Pfarrer schließlich offiziell nicht zu einer “Sekte”, sondern betrachtet sich zur wahren “Kirche” des Herrn Jesus gehörig (er ist kein “Fundamentalist”, kein “Wiedertäufer”, kein “Schwärmer” usw.). Seine Kirche bestimmt vielmehr durch das Urteil ihrer Sektenbeauftragten darüber mit, welche Glaubensauffassungen als gefährlich und sektiererisch anzusehen sind. Wie jetzt bereits abzusehen, fallen auch entschiedene Christen vermehrt unter deren kirchliches Urteil (vgl. Eimuth – “Die Sektenkinder”).
Jedoch: Nicht staatlich-gesellschaftliche Anerkennung, sondern Verfolgung hat ein Christ zu erwarten: “Glückselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen werden, und wenn sie euch absondern und schmähen und euren Namen als böse verwerfen um des Sohnes des Menschen willen” (Luk. 6:22).
12. Manche Pfarrer sagen: “Die Kirche ist zwar abgefallen, aber wir halten uns an die Grundsätze der Kirche (d.h.: zu Luther)”.
Luther ließ Menschen mittels der weltlichen Macht verfolgen. Daran erkennt man das Hurenwesen der Kirche: Sie buhlt mit der weltlich-staatlichen Macht zur Durchsetzung ihrer Interessen. Luther ist (mindestens indirekt) für den Tod treuer Zeugen Jesu (sog. “Täuferbewegung” im 16. Jahrhundert) verantwortlich. Was ist davon zu halten, wenn sich einzelne oder eine “Kirche” auf Leute wie Luther berufen? Grundsatz der Kirche war von Anfang an “Thron und Altar”: Zusammenarbeit der Gläubigen mit dem Staat (“Eine Hand wäscht die andere”, z.B. erhält der Staat jährlich ca. 400 Mio. DM für den Einzug der Kirchensteuer, so beispielsweise die Tageszeitung “Die Rheinpfalz” am 29.12.95).
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Der Pfarrer ist hochdotierter Repräsentant eines hierarchisch organisierten klerikalen Systems, welches seine (“Laien”-) Mitglieder, die das System finanziell tragen, mittels Sakramentshandlung an unmündigen, zum Sinneswandel unfähigen Babys rekrutiert und unter anderem dem Ziel dient, Staat und Gesellschaft nach deren Grundsätzen (religiöser und ideologischer Demokratie-Pluralismus, UNO-Menschenrechte, Mehrheitsprinzip usw.) zu fördern und zu stützen (nur darum kann die Kirche KdöR sein).
Selbst wenn ein Pfarrer einen Glaubensanfang durch Bekehrung und Wiedergeburt erfahren hat, befindet er sich durch die oben genannten Verhältnisse auf einem Weg, welcher nicht der vollkommene Wille Gottes sein kann (vgl. Kol. 4:12). Er hinkt auf der Seite, wo er eigentlich feste Tritte tun sollte und wird allenfalls für die Kirche, nicht aber für das Reich Gottes wirkliche Frucht bringen. Weit mehr noch bringt er seinen eigenen Christenstand in höchste Gefahr, denn er ist ja durch die Anforderungen seines Berufes genötigt, der Bibel ungehorsam zu sein. Das ist brandgefährlich. Wer mag sagen, ob er sich auf diesem Weg nicht unwiederbringlich verhärtet? Schließlich beginnt die Entfernung vom klaren Evangelium (und damit auch der Anfang der Gewissensverhärtung) bereits in der Studienzeit. Selbst wenn in sog. Studienhäusern in gut gemeinter Absicht das Gift der modernen Theologie wieder aus dem jungen Christen herausgefiltert werden soll, läuft das ganze doch nach dem Prinzip: “Zuerst bekommt er Gift zu trinken, danach pumpen wir ihm den Magen aus – ganz bestimmt überlebt er es unbeschadet”.
Obendrein wird dem eigentlichen Gift (vgl. Punkt 7), gar nicht entgegengewirkt, vielmehr sucht man es zu rechtfertigen, insbesondere durch eine falsche (sakral-magische) Tauflehre und falsches Gemeindeverständnis (Zitat: Prof. Martin Luther zu Tit 3:5: “Weil wir durch die Taufe wiedergeboren werden zu Kindern Gottes, so macht sie uns auch zu Erben des ewigen Lebens” (Kleiner Katechismus). Christ-Werden und Geistempfang also durch die (Kinder-) Taufe. Damit wird die Grundlage des Christseins, nämlich die Notwendigkeit der Bekehrung, auf welche die tatsächliche Wiedergeburt ja erst folgt, quasi geleugnet.
Einwände:
– “Es gibt Pfarrer, die Biblisches lehren”.
Unbestritten, aber lediglich in Teilbereichen der Heiligen Schrift. Diese Bereiche sind je nach Person verschieden groß. Beispiel: Albert Lüscher (Schweiz, verstorben) hat viel Gutes geschrieben. Jedoch in der Frage der Taufe war er voll und ganz auf Kirchenkurs und sogar aktiv gegen die biblische Wahrheit eingestellt.
Wahrheit nach der Bibel ist aber immer Wahrheit im Ganzen, nicht nur eine subjektive Anhäufung mehr oder weniger vieler Teilwahrheiten. Daher kann man aus dem Vorhandensein von guten und richtigen Lehrinhalten bei einem Pfarrer nicht automatisch schlussfolgern, dass dieser (und damit die Kirche insgesamt) in Ordnung sei. Sonst nämlich dürfte man auch nicht Adventisten oder Zeugen Jehovas kritisieren, denn in Teilbereichen der biblischen Lehre lehren auch sie Richtiges.
– “Es gibt auch noch Gutes in der Evang. Kirche. Man muss ja nicht gleich alles ganz verurteilen”.
Dieses Argument könnte man genauso auf die Zeugen Jehovas oder vergleichbare Gruppen anwenden, auch dort gibt es Gutes. “Aber nein, das ist ja nun doch ein Unterschied”, meinen viele. Die Evang. Kirche hat natürlich auch Richtiges aufzuweisen; anteil- und wesensmäßig vielleicht mehr als z.B. die Zeugen Jehovas (inzwischen vielleicht auch nicht mehr!). Gerade diese Tatsache macht aber ihren Verführungscharakter aus. Solange sie nicht zur Wahrheit im Ganzen steht (und damit ihre eigene Grundlage auflösen würde), nützen ihr die wenigen richtigen Ansichten im Grunde nichts. Auf diesem Hintergrund muss die eingangs zitierte Aussage “unser Pfarrer hat ein gutes Wort” eingegrenzt werden zu: “...hat ein gutes Wort innerhalb des kirchlichen Lehrgebäudes”.
Überdies ist in Bezug auf die Person des Pfarrers als solche festzuhalten:
Nicht in erster Linie ein “gutes Wort”, sondern ein gutes, d.h., kompromisslos an der Bibel ausgerichtetes Leben wird von ihm erwartet: “sei ein Vorbild der Gläubigen in Wort, in Wandel, in Liebe, in Glauben, in Keuschheit [...] Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre,...” (1. Tim. 4:12.16).
– “Freikirchen (z.B. Baptisten) sind auch nicht besser, dort hat die Taufe inzwischen auch vielfach den Charakter einer formal-religiösen Zeremonialhandlung angenommen”.
Das trifft vermutlich zu. Die Folgerung aus dieser Feststellung darf nun aber nicht sein: “dann kann ich auch in der Kirche bleiben”, sondern die einzig richtige Schlussfolgerung ist, Kirche und Freikirche beide als falsch zu erkennen und sich für den geraden, biblisch gewiesenen Weg zu entscheiden, welcher außerhalb der Lager, fern von religiösen Organisationen, verläuft.
Abschließend kann man nur jeden noch in kirchlichen Bindungen befindlichen wiedergeborenen Gläubigen – auch und insbesondere Pfarrer – ermutigen, ihre Verwobenheit in ein System, das dem lebendigen Gott nicht wohlgefällig ist, zu erkennen und die entsprechenden Konsequenzen daraus zu ziehen. Möge der Gott und Vater des Herrn Jesus Christus Herzen und Gedanken in allem zu Ihm lenken!
Man Bruder Kalenol, was für eine Ausarbeitung; Wir möchten fast sagen eien Dissertation. Du hast ja Recht und bist dir hoffentlich im klaren, dass der, der im falschen Moment die Wahrheit sagt, als Zyniker gilt.
Wir gehen nunmehr fast zwanzig Jahre in die Kirche; als ich noch kein bekennender Christ war, in die Staatskirche, doch die Predigten wurden immer nichtssagender. Selbst die brisantesten Texte werden unter den Händen evangelischer Pfarrer zu nichtssagenden Gutmenschensprüchen mit der Aussagekraft etwa des alten Karnevalschlagers "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel..."
Das Problem ist, das die allermeisten Pfarrer nichts zu sagen haben, oder nicht wagen, von der vorgeschriebenen Linie abzuweichen; eventuell spielt auch die Angst vor dem Verlust des Beamtenstatus eine Rolle.
Diese Staatskirchen haben sich angepasst und müssten normalerweise nochmals reformiert werden.
Vor rund 600 Jahren hat der Prager Theologe und Preiger Jan Hus, indem er sich um Kopf und Kragen redete, das Problem in einem einzigen Satz zusammengefasst: " Die Päpste, Bischöfe und Kardinäle und Prälaten sind nicht die Nachfolger der Apostel, es sei denn, sie lebten wie diese. "
Wenn ich nur einen "Job" in der Kirche mache und verkündige nichtb das REINE Wort der Heiligen Schrift, dann muss ich mich nicht wundern, wenn ich, wenn der Herr wiederkommt, das Schwimmen lernen muss, um im See von Schwefel und Feuer zu schwimmen.
Abschluss:
Unser Herr hat gesagt: "Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde ich mich auch am Gerichtstag bekennen, vor meinem Vater!!!"
Was für eine Gnade gerettet zu sein. Halleluja
Ja, Tomas Schaum ist da zu danken. Wenn du in mein Gästebuch 1 rein schaust, bietet sich der klare Beweis deiner Worte. Nicht gleich im Anfang, sondern erst als die Kirchler hinzukommen. Es ist fatal!
Ben Kalenol, ich muss dir leider widersprechen, zumindest den ersten Satz in deiner "Dissertation" vom 2. Juli 2007, die ich nicht durchgelesen habe, weil es mir zuviel ist. In der Schrift steht: Der Glaube kommt durch die Predigt, und die Predigt durch das Wort.
Ferner steht dort, dass wir zu dem Unterhalt des Predigers beitragen sollen.
Daraus kann man nur folgern, dass Pfarrer - oder besser gesagt, die Menschen, die das Evangelium verkünden - bessere Menschen sein sollen, da sie sonst nicht den "Auftrag" von Gott zur Verkündigung hätten. Zugegeben, man kann auch anders auslegen, aber dem Sinn nach bleibt es so.
In den englischsprechenden Ländern ist es noch schlimmer, da predigen sie nämlich auch so, wie sie angezogen sind! Drum wenn die Paparazzi wieder mal einen von ihnen erwischen, der aus dem Rotlichtviertel kommt oder aus der Homo-Bar, dann lacht der kleine Teufel auf meiner Schulter, und der Engel auf meiner anderen Schulter verkneift sich ein Grinsen.
//Warum sollte der Pfarrer besser sein, da er doch gar keinen Auftrag von Gott hat?//
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Du schreibst:
Daraus kann man nur folgern, dass Pfarrer - oder besser gesagt, die Menschen, die das Evangelium verkünden - bessere Menschen sein sollen, da sie sonst nicht den "Auftrag" von Gott zur Verkündigung hätten.
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Und genau diesen Auftrag hat der Pfarrer nicht!
Lasst es mich noch einmal mit dem Epheserbrief 4: 11-12 versuchen:
"Jesus hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden."
Ich hoffe doch nicht, dass jemand sagt, dass das ja früher war; dann wäre ich sehr enttäuscht. Stattdessen lasst mich schließen, und das liegt mir sehr am Herzen, wie folgt:
>>Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.<<
Lasst uns den neuen Menschen anziehen !!!