Was essen wir beim Abendmahl?

Es vergeht kein Tag, an dem nicht die Worte Jesu beim letzten Abendmahl vor seinem Tod nachgesprochen werden.

In Gottesdiensten erwachen sie zu neuem Leben: Jesus teilte das Brot, gab es den anwesenden Jüngern und sagte: „Nehmt, das ist mein Leib..." Er reichte ihnen auch den mit Wein gefüllten Kelch und sagte: „Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird." So steht es im Markus-Evangelium, ähnlich in den Büchern des Matthäus und des Lukas.

Essen die Jünger, essen wir heute den Leib, trinken wir das Blut eines Menschen? Im katholischen Volksglauben ist es ja durchaus vorstellbar, dass Hostien zu bluten beginnen oder Wein das Aussehen von Blut annimmt.

Um solche mysteriösen Vorgänge geht es hier nicht, sondern um die ganz reale Gegenwart Gottes in Brot und Wein. Aber das ist etwas ganz anderes als eine materielle Anwesenheit auf dem Altar.

Christus in den Gaben anwesend?Die Kirche sagt: Mit Leib und Blut ist Christus in den Gaben anwesend. Das wird gelegentlich als eine Art Metapher, eine bildhafte Rede erklärt, ähnlich der: Jemand ist „mit Leib und Seele" bei einer Sache engagiert.

Eine solche Metapher ist die Rede vom Leib und Blut Jesu nicht. Sie ist hintersinniger: Im Blut liegen nach jüdischem Verständnis die ganze Lebenskraft, Lebendigkeit, die innersten Antriebe des Menschen. Ohne Blut kein Leben.

Selbst zwischen den Kirchen der Reformation war das Abendmahlsverständnis strittig. An der Frage, ob das Brot nun Christi Leib, der Wein sein Blut ist (lateinisch: est) oder bedeutet (significat), war 1529 in Marburg der Einigungsversuch zwischen Martin Luther und Huldrych Zwingli gescheitert.

Erst im zwanzigsten Jahrhundert löste sich dieser Konflikt zwischen Lutheranern und Reformierten erst langsam, und zwar damit, dass sich beide Seiten aus der Fixierung auf die Ausgangsfrage lösten und einen Satz aus dem ersten Korintherbrief beherzigten:

„Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blute Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele wie ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot." (1. Korintherbrief, 10. Kapitel) Brot und Wein lassen uns teilhaben am Leib und Blut, sie sind nicht einfach mit ihm identisch - eine befreiende Einsicht für all jene, die an eine irgendwie materielle Anwesenheit Gottes in Brot und Wein denken.

Gemeinschaft der Menschen

Das Abendmahl wird zum Abendmahl durch die Versammlung der Gemeinde. Brot und Wein sind nur im Zusammenhang mit der gemeinschaftlichen Feier des Mahls zu verstehen. Das Brechen des Brotes, die Danksagung an Gott, das Nachsprechen der Abendmahlsworte in den unterschiedlichsten Formulierungen: All das hat seinen tiefsten Sinn in der Gemeinschaft der Menschen, untereinander und mit Gott.

Das Abendmahl ist zugleich auch ein Fest der Versöhnung. Es kann auch Katholiken und Protestanten weiter miteinander versöhnen - eine Diskussion, die durch die Frage eines gemeinsamen Abendmahls beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 wieder aktuell wird.

Gibt es in der evangelischen Kirche überhaupt keinen Platz für die (katholisch verstandene) „Wandlung" von Brot und Wein? Nicht im Sinne einer geheimnisvollen Veränderung von Brot und Wein.

Nicht Verwandlung, sondern Hervorhebung

Nach vielen schwierigen Beratungen des Abendmahlsthemas in den 50er und 60er Jahren wurde das Geschehen um Brot und Wein für die evangelischen Kirchen fast schon minimalistisch so beschrieben: „Durch den Vollzug der Feier des Abendmahl... werden Brot und Wein ausgesondert und in den Dienst dieses Mahles gestellt" (Abschlussbericht zu den Arnoldshainer Abendmahlsthesen 1962). Nicht mystische Verwandlung, sondern liturgische „Aussonderung", also Hervorhebung erfahren Brot und Wein.

Ein wörtliches, materielles Verständnis von „Leib und Blut" ist also fehl am Platz und wird zudem der biblischen Sprache nicht gerecht. Das ist umso deutlicher, je weiter man in der Geschichte des Christentums zurückgeht.

In den ersten drei Jahrhunderten versammelten sich die Christen zu einem gemeinsamen Essen, dem „Sättigungsmahl". Eine abgelöste Betrachtung von „Leib" und „Blut" wäre für sie gar nicht verständlich gewesen.

Erst als das Abendmahl später nichts mehr mit Hunger und Durst zu tun hatte, wurde eine isolierte Betrachtung von Fleisch und Blut möglich.

„Leib" und „Blut" beim Abendmahl? Ohne weiteres: ja. Solange man sie nicht dinglich versteht.

Eduard Kopp

Kubiszyn Ryszard
am 23. März 2007 um 16:33
In den ersten drei Jahrhunderten versammelten sich die Christen zu einem gemeinsamen Essen, dem „Sättigungsmahl". Eine abgelöste Betrachtung von „Leib" und „Blut" wäre für sie gar nicht verständlich gewesen. DAS STIMMT NICHT!!! Wir habe Zeugnisse, die genau von "Leib" und "Blit" Christi sprechen.
Kurt E. Sievers
am 7. August 2007 um 16:57
Was essen wir beim Abendmahl?
Wie gut, dass Sie noch den Korintherbrief erwähnten.
Wie sagen wir immer? Die Wahrheit finden wir in der Schrift, und nicht in einem dunklen Hinterhof.
Das Brot und der Kelch sind "Teilhabe" an Christus.
Dass die katholische Kirche hier etwas anderes lehrt, ist wieder einmal, reines Menschenwerk, genauso ein Quatsch, wie der Sündenerlass, wenn ich den Ring des Bischofs küsse, oder sonstiges Zauberwerk.
Alles nur, um Menschen zu verblenden und an sich zu binden. Na ja, haut ja auch schon seit Jahrtausenden hin, warum also den Leuten die Wahrheit einschenken?
UNSER Herr und Heiland sagt es doch ganz deutlich im Matthäusbrief 7,15: "Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie sehen zwar aus wie die Schafe, die zur Herde gehören, in Wirklichkeit sind sie Wölfe, die auf Raub aus sind."
Bloß nicht nach ihnen richten, damit wir nicht gerichtet werden.
Nein, wir werden NICHT unsere Reichtümer hier auf Erden sammeln, sondern bei Gott. Immanuel
Ben Kalenol
am 14. August 2007 um 12:41
Was essen wir beim Abendmahl?
Als Ich noch unerretteter Lutheraner war, ass ich da so eine Art Backoblade. Gut, dass mich Gott von diesem Gericht befreit hat.
Die Katholen behaupten, dass es das Fleisch Christie ist, was sie da essen. Damit ist natürlich vor jedem Katholiken zu warnen. Wer will schon Kanibalen in die Hände fallen?
Christen hingegen essen ungesäuertes Brot, als Gedächtnismahl.
Alexa
am 20. Februar 2008 um 23:56
Hier ersteinmal meine Fakten. Oma=ev, Opa=kath., Papa=ev.
Mama=kath.. Ich wurde kath. getauft, mein Partner ist Alevit (ähnl. unserem ev. bei den Muslimen).
Nun könnte man meinen wir hätten Probleme damit. Nein. Wir begegnen uns als erstes auf der rein menschlichen Basis und die ist in allen auf dem alten Testament gegründeten Religionen die gleiche. Natürlich gibt es bzgl. des NT Unterschiede. Wir versuchen uns aber nicht gegenseitig unseren Glauben aufzuzwängen. Wir könnten wahrlich immer darüber reden und versuchen uns unsere Ansichten gegenseitig aufzudrücken. Was bringt uns das ? Nur Streit und Verdruss. Wie im christlichen Gedanken und auch im Islam gilt, rede über Deinen Glauben und versuche zu begeistern, aber dränge Dich nicht auf. Alles andere ist Fanatismus aber im negativen Sinne. Fanatisch hat erst in unserer Zeit eine super negative Bedeutung bekommen. Im Original heisst es nämlich: (entnommen aus Wikipedia) (von fr: fanatique oder lat. fanaticus; göttlich inspiriert ) Bei fundamentalem Fanatismus spielt die hauptsächliche Rolle die Tradition (diese wiederum ist Menschen mit übermäßigem Machtempfinden zuzuschreiben).
chris
am 6. März 2008 um 13:12
was essen sie sonst
Herold
am 9. März 2009 um 23:17
Hallo Alexa
Möge es doch noch nicht zu spät für Deine Bekehrung sein.

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