Wiedergeburt - ein Tabu für Christen?

Im Sommer 1968 traf sich der Psychologe Thorwald Dethlefsen mit einigen Bekannten in seiner Münchener Wohnung, um - wie er sagte - „einen angenehmen Abend zu verbringen und einige Psychoexperimente zu veranstalten".

Zur Unterhaltung der Gäste steuerte er ein paar Hypnoseexperimente bei: Mit einem 25-jährigen Technikstudenten unternahm er eine „age regression", eine Rückkehr in frühere Lebensalter. Er hatte ihn durch verschiedene Lebensetappen zurück bis zu seiner Geburt geschleust, als ihm ein „verrückter Einfall" kam.

Er wollte den Hypnotisierten in die Zeit vor seiner Zeugung zurückgehen lassen. Schwer atmend und unter der gebannten Aufmerksamkeit der Anwesenden berichtete der Student, was er im Jahr 1870 erlebt hatte, als Augenzeuge des Deutsch-Französischen Krieges, als Guy Lafarge, Gemüsehändler, 18 Jahre alt, wohnhaft im französischen Wissembourg.

Diese Erkenntnis war für Thorwald Dethlefsen, einen der westlichen Vordenker der Reinkarnation, ein Schock. Für ihn stand fortan fest: Wenn hypnotisierte Menschen einzelne Auskünfte über ihr „früheres Leben" machen können, dann sind das nicht nur singuläre Zufallsphantasien, sondern Hinweise auf die eigene Reinkarnation.

Diese Erkenntnis, so dozierte er, eröffne sich allerdings nur „reifen, aufgeschlossenen Menschen", während alle anderen in Unwissen und in ihren „unbewussten Abwehrmechanismen" verharrten. Und: „Es wäre wohl gar nicht zu verantworten, solchen Leuten ihre Lebenslüge gewaltsam zu entreißen."

Sind mithin Zweifel daran, dass in unserem Körper eine Person oder ein Tier steckt, die schon einmal gelebt haben, Selbstbetrug?

Wiedergeburt im Abwaschen der Sünden

Immerhin glauben rund sechs Prozent der deutschen Bevölkerung, dass sie nach ihrem Tod als ein anderer Mensch wiedergeboren werden (chrismon-Umfrage März 2002)? Tatsache ist: Alle Versuche, den Glauben an die Wiedergeburt der Seele in einem anderen Körper als christliche Lehre heimisch zu machen, fruchteten nichts.

In der Bibel und im kirchlichen Sprachgebrauch gibt es nur einen Sinn dieses Wortes: Die Taufe wäscht die Sünden ab und schafft ein radikal neues Leben. Solche „Wiedergeburt" (Titusbrief 3, 5) hat mit der Wanderung der Seele durch verschiedene Körper nicht das Geringste zu tun.

Wiedergeburt, wie sie im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus geglaubt wird, ist aber gerade die Wanderschaft der Seele durch menschliche und tierische Körper. Eine einheitliche Reinkarnationslehre in diesen Religionen, ja selbst innerhalb des Hinduismus, gibt es gleichwohl nicht.

Anders als für westliche Esoteriker gilt für Hindus oder Buddhisten die Reinkarnation als ausgesprochen negativ. Es ist für sie eine Quälerei, jenen Zustand der Seele zu erreichen, in dem sie endlich die leidvollen Bindungen an das Leben hinter sich lassen können.

Keine Freude dauert ewig, kein Glück hat Beständigkeit. Viele Esoteriker verstehen die Reinkarnationen hingegen schlicht als Chance zur eigenen Vervollkommnung, als Weg, sich zu einem höheren Wesen zu entwickeln, wir ergänzen: unabhängig von jeder göttlichen Gnade.

Nebel, Lava, Halbedelstein

Auch in spiritistischen Sitzungen melden sich Tiere, die Menschen werden wollen, andere meinen, ein Vorleben als Hofhund gehabt zu haben. Noch dubioser sind Selbstauskünfte von Menschen, die in früheren Leben nacheinander Nebel, Lava, ein Halbedelstein und schließlich eine Flechte auf einem Felsen gewesen sein wollen.

Solcher Glauben ist für Christen inakzeptabel. In der Bibel ist bei ernsthafter Betrachtung kein Hinweis auf die Wiedergeburt zu finden. Nach dem christlichen Schöpfungsglauben verdankt der Mensch seine Existenz und seine Lebensumstände Gott, nicht sich selbst.

Die „Wiedergeborenen" jedoch schlagen sich ein weiteres Leben lang mit ihren selbst verursachten Lasten herum und müssen zur Selbsterlösung greifen. Konsequent in dieser Spur lehnen die Buddhisten den christlichen Schöpfungsglauben ab.

Und bezeichnenderweise unterscheiden die Anthroposophen zwischen der Person und der (wiederkehrenden) Persönlichkeit des Menschen, während Christen das Individuum als Gottes einmaliges Ebenbild verstehen.

Fiele den Christen das Leben leichter, wenn sie mehr als dieses eine hätten? Neues Leben - neues Glück: Diese Perspektive hat mit der christlichen nichts gemein. Wie viele Leben bleiben einem Menschen bis zu seiner vollen Entfaltung? Seit der Bibel heißt die Antwort: ein einziges, einzigartiges.

Eduard Kopp

Ben Kalenol
am 6. Juli 2007 um 14:00
Ei, das wär bedenklich. Ich müsste ja immer denken, ob ich wohl diesen oder jenen Zeitgenossen schon mal gefressen hätte, als er noch ein Hase war?
Es sind schlicht Pseudolehren von Dämonen:
Hebr 9,27 Und ebenso wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht,
Kurt E. Sievers
am 3. August 2007 um 23:53
Wiedergeburt - Ein Tabu für Christen?
Laßt uns auch einmal, beziehend auf die "Recherche" des Bruders Kopp, mit Sarkasmus antworten:
Zuerst wurde ich demnach als Mensch geboren, danach, sagen wir einfach mal, als Hase; dann aber sind wir als Kamel wieder auf die Welt gekommen, denn, wer auf soetwas hereinfällt, kann doch nur dumm wie ein Kamel sein.
Nein Herr, du bist der Stern auf den ich schaue, du bist der Fels auf dem ich steh.
Ich weiß, dass mich nichts trennen kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist. Amen
Ben Kalenol
am 14. August 2007 um 12:10
Freilich, es gibt auch die wahre Wiedergeburt.
Mt 19,28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der
Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen sitzen wird auf seinem Throne der Herrlichkeit, {O. dem Throne seiner
Herrlichkeit} auf zwölf Thronen sitzen und richten die zwölf Stämme Israels.
Joh 3,6 Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist.
Joh 3,7 Verwundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müsset von neuem {O. von oben her} geboren werden.
Bruder Franco
am 8. November 2007 um 05:12
Für mich ist die hypothese sehr plausibel, dass sich die reinkarnationslehre aus den heidnischen sonnenkulten entwickelt hat und dort ihre wurzeln hat. nach dem ableben des herrschers nimrod wurde dieser vermutlich als unsterbliches wesen in die sonne projeziert. so wurde alljährlich am 25. dezember das fest zur wiedergeburt der sonne und der unsterblichkeit ihres wesens gefeiert. ein gefährlicher irrglaube, der eine mögliche quelle der reinkarnationslehre war.
der gedanke einer ständigen reinkarnationskette ist eher belastend als befreiend. ständig könnte ich durch irgendwelche fehler mein karmakonto belasten, was mich zur ewigen rückkehr zwingen würde, da ich als mensch nicht perfekt bin. klingt sehr anstrengend und wenig befreiend. kein wunder, dass in den vorträge die herr thorwald detlefsen in der vergangenheit gehalten hat, eine deutlich depressive grundstimmung zu spüren war. zuletzt fühlte er sich ähnlich wie mose dazu auserwählt und berufen ein neues erlösungswerk den menschen zu bieten - seine "kawwana-kirche". das ist keine harmlose verwirrung, sondern eine gefährliche verirrung.
schon seine frühen werke "krankheit als weg" waren zwar interessant geschrieben, jedoch sind all das nur gedankengebilde, die weder in der praxis sonderlich nützlich sind, noch mit dem christlichen glauben vereinbar sind.
ein leben genügt. reinkarnation - nein danke!
Karl
am 26. Januar 2008 um 16:41
Den Glauben an Leben nach dem Tod und an Wiedergeburt findet man in vielen Kulturen - aus Erfahrung. Es gab und gibt immer hellsichtige Menschen, die mehr wahrnehmen können.
Menschen werden aber nicht als Hase oder Kamel wiedergeboren, das ist Unfug. Das irdische leben dient der Läuterung. Die Reinkarnation ist eine Genade, die es uns erlaubt, in einem neuen irdische Leben unser "Klassenziel" zu erreichen. Nur mit einem Leben nach dem Tod und Wiedergeburt lässt sich der wahre Sinn des Lebens finden und verstehen. In einem (kurzen) Erdenleben können wir unmöglich so vollkommen werden, das wir reif für den Himmel wären.
Fragen Sie doch mal Ihren Priester, was der Sinn des Lebens ist! Warum findet sich auf dieser Seite nichts zum Sinn des Lebens? Weil die Kirchen darauf keine Antwort haben!
Karl
am 26. Januar 2008 um 19:22
Zum Themna Reinkarnationstherapie habe ich folgendes Zitat gefunden:
"Reinkarnationstherapie befriedigt nicht die Neugierde nach früheren Leben, noch ist sie Opium für das Volk, indem sie mit dem Versprechen eines neuen Lebens die Menschen tröstet. Reinkarnationstherapie ist ein harter Weg zur Läuterung. In den ständigen Reinkarnationen sehen wir keinen Trost, sondern die Aufforderung, durch Entwicklung zur Vollkommenheit frei zu werden vom Rad der Wiedergeburt. Wir bejahen das irdische Leben, solange es für unseren Entwicklungsweg notwendig ist, unser Ziel jedoch liegt jenseits der materiellen Welt, ist jene Einheit, aus der wir uns einmal lösten und zu der sich jeder Mensch letztlich zurücksehnt."
Demnach ist das Paradies im Jenseits
Aaron
am 29. Januar 2008 um 14:39
Sind Reinkarnation und christlicher Glaube miteinander vereinbar?
In unserer Zeit glauben immer mehr Menschen an die Reinkarnation. Sie sind davon überzeugt, daß der Mensch nach einem Aufenthalt im Jenseits immer wieder auf die Erde zurückkehrt. Ursache dafür sei die karmische Notwendigkeit. „Karma", ein Sanskrit-Begriff, hat die Bedeutung von „tun", „handeln" und meint hier die Wirkung, die Folge eines Tuns. Ist das Handeln eines Menschen dieser Welt verhaftet, sei es durch Begierden, Haß und so weiter, drängt die eigene Seele nach dem Tod zur Rückkehr in diese Welt. Erst dann, wenn in einem Erdenleben alle Verhaftungen gelöst, wirkliche Losgelöstheit erreicht wurde, ist eine Rückkehr in diese Welt nicht mehr notwendig. Sie kann aber weiterhin freiwillig erfolgen, um anderen Menschen bei der Loslösung zu helfen. Gute Taten schaffen nach dem Glauben der Reinkarnationsanhänger bessere Schicksalsvoraussetzungen in den folgenden Erdenleben, während schlechte Handlungen entsprechend negative Bedingungen verursachen.
Nach Ansicht vieler Theologen (Frei, Küng, Aichelin, Hummel und andere), die sich mit der Reinkamationsproblematik auseinandergesetzt haben, seien Christentum und Reinkarnation unvereinbar. Diese Auffassung kann ich nicht teilen. Sie steht meines Erachtens auf sehr schwankenden Füßen. Im Rahmen eines Aufsatzes kann ich natürlich nicht auf die sehr divergierenden Argumente der Reinkarnationsgegner Im theologischen Lager eingehen. Vielmehr möchte ich skizzenhaft aufzeigen, daß die Reinkarnationsthematik keinen Widerspruch seitens der Bibel erfährt, ja ihr sogar implizit zu sein scheint.
Herkunft der Seele klären
Von entscheidender Bedeutung für die Frage nach der Wiederverkörperung (Reinkarnation) ist die Frage nach der Herkunft der Seele. Der Kreatianismus, von der katholischen Kirche als verbindlich gelehrt, besagt, daß Gott jede einzelne Seele aus dem Nichts erschaffe und mit den durch Zeugung verschmolzenen elterlichen Zellen verbinde. Der Traduzianismus (oder auch „Generatianismus" genannt) lehrt die Leib-Seele-Einheit und leistet damit der Ganztodtheorie Vorschub. Die Seele entstehe durch die Zeugung und vergehe - zumindest nach der Ganztodtheorie - mit dem Tod. Dieser Materialismus hat meiner Meinung nach keinerlei biblischen Rückhalt. Für unsere Fragestellung kommt deshalb nur der Kreatianismus in Betracht.
Unverständlich bleibt bei dieser Anschauung allerdings, was Gott veranlassen könnte, einmal gute und schöne Seelen zu schaffen und ein andermal offensichtlich böse und mißgebildete?! Es ist ja eine offensichtliche Tatsache, daß Menschen mit geistig-seelischen Defekten geboren werden und herausragende psychische Eigenschaften (zum Beispiel Autismus) schon im Kleinkindalter auftreten. An der Ratlosigkeit gegenüber solchen Fragen und denen nach dem schicksalhaften Umfeld scheiterte bisher jegliche Theodizee.
Ganz anders wird es, wenn man klar zwischen der Vollkommenheit Gottes und des Menschen Verderbtheit unterscheidet. Dann ist es allerdings unmöglich, daß Gott unvollkommene Seelen schafft. Der Kreatianismus behielte seine Gültigkeit lediglich für den Anfang der Menschheitsgeschichte.
Widersprüchliche Tendenzen machen Ausgleich erforderlich
Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde und Gleichnis (Gen. 1,26), also doch sicher auch als „reine Seele", als „unbeschriebenes Blatt", also ohne besondere charakterliche Prägung und von Wissen und Erfahrung noch unberührt. Erst nachdem die Menschen in die Welt entlassen wurden und namentlich nach dem Sündenfall (Gen. 3), als sie in die Lage versetzt wurden, ihr spezielles Verhältnis zu Welt zu finden, konnten sich durch diese Wechselwirkung Charaktere und Individualitäten entwickeln. Als „Eigentum der Seele" bleiben diese „Spezifika" vom physischen Tod unberührt (Lk. 16, 19-26). Die Seele, nun erst wahrhaftig individuell geworden, kehrt damit aber nicht zu ihrem Ursprung zurück. Nicht alles, was in ihr lebt, kann das Licht vertragen. Auch sind in ihr widersprüchliche Tendenzen vorhanden, ja entstehen zum Teil erst jetzt, und machen einen Ausgleich erforderlich.
An Jesu Erzählung vom reichen Mann und armen Lazarus (Lk. 16,19-31) möchte ich das verdeutlichen: Als Folge seines selbstbezogenen, in irdischen Vergnügungen aufgehenden Lebens leidet der reiche Mann im nachtodlichen Dasein (V. 23), während der arme Lazarus „getröstet wird" (V. 25). Dieser Vorzug des Lazarus wird nicht religiös im Sinne echten Glaubens und Lebens begründet, sondern nur damit, daß es ihm im irdischen Leben schlecht erging (V. 25). Ihm war das irdische Leben eine Läuterung, die ihn von Begierden (weitgehend) befreite, da er ohnehin auf keine Erfüllung hoffen konnte. Der Tod befreite ihn von seinen Leiden. Er war für Ihn eine Erlösung, während der reiche Mann an seinen Vergnügungen hing (Mt. 6,21), an deren Ausübung er nun gehindert war. Das bereitete ihm die Qual. Aber weder der reiche Mann noch der arme Lazarus waren völlig böse beziehungsweise gut. Die Entwicklung beider kann deshalb noch nicht zu Ende sein.
Vielmehr wird, ausgelöst durch die Qual, beim reichen Mann ein selbstloser Impuls offenbar (V. 27). Es beginnt sich also Gutes in ihm zu entwickeln. Kann auch im Jenseits die Kluft nicht überschritten werden (V. 26), so kann sie es doch im Erdenleben. Sollte Gott dem Menschen diese Chance verweigern, solange noch ein Fünkchen Hoffnung ist? Die Antwort darauf ist sicher „nein"! (Jes. 42,3; Mt. 12,20)
Strukturierte Seelen prägen das genetische Material
Solange der Mensch nicht völlig im guten oder bösen vollendet ist, kämen, also auch im biblischen Sinne, Seelen in die irdische Verkörperung, die ihre in früheren Erdenleben begonnene Entwicklung fortsetzen oder eine neue Richtung einschlagen. Wir hätten es in jedem Fall mit bereits strukturierten Seelen zu tun, mit Seelen, die bereits gewisse Veranlagungen, Dispositionen, Impulse auf Grund ihrer bisherigen Erfahrungen in irdischen und nachtodlichen Leben mitbringen. Von ihnen würde das genetische Material geprägt. Exemplarisch wird das an biblischen Gestalten deutlich, bei denen der
Lebenslauf schon vor der Geburt eben durch jene Prägungen in einem gewissen Rahmen prädestiniert ist (Gen. 25, 22-26; Jer.1,5; Lk. 1,13-17).
Die Reinkarnation kann aber nicht nur von der Herkunft des Menschen, sondern auch vom Ziel biblisch begründet werden. Das Ziel ist die Aufhebung des Todes (1. Kor. 15, 26), der nach der Bibel kein biologisches Problem ist, sondern durch die Sünde herrscht (Rö. 5, 12, 17, 21). Der Mensch ist „tot" in "seinen Übertretungen und Sünden" (Eph. 2,1) und erleidet als deren Wirkung auch den physischen Tod. Zum besseren Verständnis muß ich kurz das Geschehen beim Sündenfall (Gen. 3) streifen.
Erkenntnistrieb richtete sich auf das Nicht-Seiende
Der Mensch erkannte das Da-Seiende (Gen. 2,20.23). Das war das Gute, Erlaubte. Der Tod an sich hat kein Sein und damit auch kein Da-Sein. Der Erkenntnistrieb des Menschen war auf das Nicht-Seiende gerichtet, nachdem er das Da-Seiende erkannt hatte (Gen. 3,6). Doch wo nichts ist, kann auch nichts erkannt werden. Das fällt uns heute leicht zu sagen. Für den damaligen Menschen bedeutet es eine existentielle Krise, unter der wir heute noch zu leiden haben. Warum? Nichts erkennen zu können und nicht begreifen können was das ist, nicht zu erkennen, war ein Schock.
Der Mensch stand plötzlich einem Fremden gegenüber, das er sich „rational" nicht erklären konnte. Es war für ihn das schlechthin Irrationale. Sein Erkennenkönnen, das bisher immer „funktionierte", versagte plötzlich. Dadurch fühlte sich der Mensch, dessen Existenz sich als Erkennender vollzog, ohnmächtig, „nackt". Die Wirkung' war eine irrationale Angst, die sich auf alles und jedes erstrecken konnte. Die „Urangst", die „Todesfurcht" war in ihm geboren und hielt ihn in Knechtschaft (Hebr. 2,15). Das Leben selbst ist Bejahung (sonst wäre es nicht).
Furcht ist Verneinung. Mit der Furcht bekommt der bis dahin nichtexistierende Tod eine gewisse Realität. Sie besteht darin, daß die sich ängstigende Psyche - durch die Angst selbst schon im Gegensatz zum Leben - der Bewußtseinstrübung (Finsternis) verfällt. Durch Bestrebungen und Absichten, die nicht mit dem eigenen Organismus und der Umwelt harmonieren, verursacht sie Störungen im eigenen Organismus (= Krankheiten) und der Umwelt.
Diese Disharmonie bewirkenden Inhalte der Seele sind die „Übertretungen und Sünden" (Eph. 2, 1). Heil an Leib und Seele kann deshalb der Mensch nur dann werden, wenn den sündigen Inhalten der Seele die Grundlage entzogen wird. Dann sterben sie ab. Es kommt nicht mehr zu Handlungen, die Disharmonie bewirken.
Die Lösung des Todesproblems
Prinzipiell ist der Sünde durch Jesu Triumph über den Tod die Basis entzogen worden. Sinnenfällig wurde durch die Auferstehung gezeigt, daß der Tod eine Illusion, eine Lüge ist, die freilich solange wirksam ist, solange sie nicht als solche durchschaut wird. Jesu Tod und Auferstehung bedeutet deshalb Lösung des Todesproblems und damit Er-lösung des Menschen.
Diese wird für die Seele allerdings nur dann manifest, wenn der Glaube an die Erlösung höchste Priorität gegenüber allem Innerweltlichen bekommt und so
die unbewußte Fixiertheit der Seele auf die Angst löst (Mt. 6,21; Joh. 16,33; Kol. 3,2). Die Erfahrung zeigt, daß dieser Prozeß der Wandlung in der Regel nicht in einem Erdenleben abgeschlossen ist.
Über die real von allen sündigen Inhalten befreite Seele vermag schließlich der Geist Gottes den physischen Leib in die Verwandlung einzubeziehen. Der Auferstehungsleib wäre schließlich das Ende auch des physischen Todes.
Nach meinen Ausführungen erwiese sich die Reinkarnation auch im biblischen Sinne als Rahmen des Daseins, in dem der Weg zum Heil oder zum Unheil beschritten und das Ziel erreicht werden kann.
Sind die Polaritäten innerhalb eines Menschen beseitigt, das heißt, wäre er realiter im Guten oder Bösen vollendet, gäbe die Reinkarnation keinen Sinn mehr. Sie hätte dann für ihn persönlich ein Ende.
Jürgen
am 3. März 2008 um 19:01
Genau so ist es Ben... EIN MAL sterben, nicht zig mal
Gott sagt es und that's it !!!
Selbst wenn ich nicht als Hase oder Kamel oder so wieder komme sondern als Mensch....
Geboren in Deutschland 1870....Krieg
Wieder geboren in 1914 ....Krieg
Nochmals ....1939 ....Krieg...
NEIN DANKE ....dann doch lieber garnicht geboren werden.
All den Unfug glauben Leute die nie die Bibel gelesen haben.
Ich WEISS wo ich hinkomme wenn ich sterbe UND wer dort sein wird wenn ich ankomme
Hallelujah !!!
Uns das hat Christus bezahlt am Kreuz.
Sibylle Ogbu
am 3. April 2008 um 17:17
Zunächst einmal: ich bin Christin und weiß, dass Jesus Christus lebt. Für mich bedeutet der Gedanke an Wiedergeburt eine unglaubliche Gelassenheit. Viele Christen lehnen den Gedanken der Reinkarnation ab, weil sie sich ein viel viel schöneres Leben nach dem Tode erhoffen. Meine Meinung ist, dass sich durch Gelassenheit eine friedliche und göttliche Seelenruhe einstellt. Diese Gelassenheit erhalte ich durch das Wissen, dass ich unendlich viel Zeit habe, nichts vollenden muss, das Recht habe, einfach nur da zu sein, dass ich nicht nach Vollkommenheit streben muss. Strebe ich nach dem Paradies, strebe ich aber nach Vollkommenheit, strebe ich nach Vollkommenheit, werde ich unzufrieden.
Der Gedanke an Reinkarnation gibt mir aber die Möglichkeit, dass ich alles so laufen lassen kann, wie es ist, nach den göttlichen Gesetzen entsprechend, natürlich. Ich brauche nicht auf ein Leben nach dem Tod zu hoffen, weil dann alles viel besser ist, sondern weiß jetzt schon, dass ich in Gott geborgen bin. Meiner Meinung nach ist Jesus nicht für unsere Sünden gestorben, damit wir alle nach dem Tod in den Himmel kommen, das wäre auch zu einfach. Ich denke, er ist für unsere Sünden gestorben, damit er uns hier und jetzt retten kann. Diese Rettung habe ich an eigenem Leib und eigener Seele selbst erlebt. Ich spüre tiefe Dankbarkeit dafür, denn noch nie hat sich jemand so sehr für mich eingesetzt.
Sibylle Ogbu
am 3. April 2008 um 17:23
Zu Aaron: die Polaritäten innerhalb eines Menschen können nicht beseitigt werden, wir müssen sie akzeptieren und annehmen. Daher das Gleichnis von Jesus von der Rückkehr unreiner Geister (Mt 12,45). Was das Anhaften betrifft: vom Anhaften können wir uns nicht alleine befreien. Dazu benötigen wir Jesus. Jesus rettet auch Nicht-Christen.
Jürgen
am 16. September 2008 um 23:05
Wenn man es vom christlichen Standpunkt sieht profitiert hier nur einer von so einem Unsinn:
Der hat aber nicht mehr lange denn seine Zeit ist kurz vorm ablaufen.
Wie schön daß Jesus das letzte Wort haben wird.
Kurt E. Sievers
am 29. September 2008 um 15:09
Wiedergeburt - ein Tabu für Christen?
Ja Jürgen, der Satan freut sich natürlich über so einen Schwachsinn, der hier z.T. "produziert" wird; er hilft ihnen auch beim Schreiben.
Wenn ich mir einige dieser "Beiträge" - um keinen anderen Ausdruck zu gebrauchen - anschaue, ergreift mich tiefe Betroffenheit.
Beginnen damit, dass sie Christen sind und schreiben dann dieses Teufelszeug.
Diese "Christen" haben nie in die Bibel geschaut, können nicht lesen, oder verschweigen was sie gelesen haben.
Tut Gottes Wort weh?
Herr, hilf ihnen, dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Gehen müssen sie dann schon selbst.
Aaron
am 15. November 2008 um 11:18
Hier sind einige Beiträge zu finden, die vom christlichen und wissenschaftlichen Standpunkt belegen, dass die Reinkarnation eine Tatsache ist, der auch Christen - solange sie nicht auferstanden sind - unterliegen: http://geheimnisdesmenschen.blogspot.com/
Christiane
am 29. Januar 2009 um 13:16
Frage.
sind Tabubrüche das Gleiche wie Sünden begehen?
Andreas
am 23. Juni 2009 um 12:36
Dann sollte mir einmal irgendwer erklären, warum ganz eindeutig geschrieben steht, daß Johannes der Täufer die Wiederkehr von Elias ist.
tessa
am 11. September 2009 um 22:40
ich finde es ein bisschen komisch wenn mann daas alles glaubt versteh ich nciht wie ich meinen
cverstorbenen opa nicht wieder gesehen habe zwar glaube ich daran ich habe leider aber auch meine zweifel an so was

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