Ich glaube an was Höheres - reicht das?

Es ist seit Jahren eine verlässliche Konstante bei empirischen Umfragen: Die Mehrheit der Befragten, oft sogar bis zu zwei Drittel, glaubt unbeirrt an die Existenz einer „religiösen Macht".

Sie vermuten beharrlich, dass es irgendwo eine Instanz gibt - sei sie Gott genannt oder nicht -, die eine Wirkung auf diese Welt und ihre Menschen entfalten könnte. In der Mehrheit sind die Menschen nicht atheistisch, sondern im Gegenteil offen für eine allgemeine, weit gefasste Religiosität.

Allerdings schrumpfen die Zahlen, wenn es um ein konkrete, persönliche Gottesbeziehung geht. Dass sich der Glaube an eine historische Person hängt - zum Beispiel an Jesus aus Nazareth - oder dass die Gläubigen auf eine Gemeinschaft angewiesen sind - zum Beispiel auf die Kirche -, kann heute nur eine Minderheit nachvollziehen.

Viele tun sich schwer mit jenem Glauben, wie ihn die Kirchen lehren: als Geschichte der Erfahrungen der Menschen mit ihrem Gott. Gerade das Kernstück des christlichen Bekenntnisses, dass Gott ein persönliches Gegenüber des Menschen ist, verliert an Zustimmung. Hier wandeln sich die religiösen Einstellungen der Menschen dramatisch.

„Ich glaube an ,was Höheres‘" - diese Einstellung hat allerdings ihre Tücken, denn die Kirchengeschichte hat gezeigt: Wenn Gott als „was Höheres" gilt, dann eröffnet dies Spekulationen Tür und Tor.

Glaube als Luftschloss

Der Glaube wird dann leicht zum Luftschloss, zur Kopfgeburt. Ludwig Feuerbachs Kritik des Christentums in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte wesentlich damit zu tun, dass er einen Gott ablehnte, der aus den Wünschen und Ängsten der Menschen geboren („projiziert") wurde.

Er ging mit seiner Kritik auch auf Distanz zu den philosophischen Spekulationen des deutschen Idealismus. Seine Frage (nicht sein Gesamturteil über das Christentum) ist immer noch aktuell: Versteckt sich im Glauben nur eine abstrakte Fantasie oder knüpft er an Erfahrungen und die Geschichte der Menschen an, eine Geschichte, die Christen als Heilsgeschichte verstehen?

Macht man Gott zum Objekt philosophischer Spekulationen, stehen am Ende nur noch eine Menge schwieriger Logeleien. Das können dann Fragen wie diese sein: Wenn Jesus Gott ist, wieso empfand er Freude und Schmerzen?

Wieso konnte er dann überhaupt getötet werden? Wenn er über Kräfte als Wunderheiler verfügte, warum rettete er sich nicht selbst? Wenn er über die Gabe der Prophetie verfügte, warum sah er seine eigene Auferstehung nicht voraus? Lust und Qual erzeugen solche logischen Widersprüche, und manchmal wird das Auftischen solcher Paradoxe auch zu einer Art Gesellschaftsspiel.

Die Bibel vermeidet weitgehend Spekulationen über Gott und breitet stattdessen detailreich die konkreten Erfahrungen der Menschen mit ihrem Gott aus. Die Botschaft der Bibel ist klar: Gott ist Mensch geworden.

Dieser Gott hat in der Person Jesu mit seinen Stärken und Schwächen, seiner Lebenslust und seiner Angst, seinen sozialen Forderungen und seinem politischen Versagen Geschichte gemacht. Er wirkt durch seine Gnade bis heute in den Menschen. Dies - und eben nicht eine Sammlung von Logeleien - begründet den Glauben.

"Negative Theologie"

Abstrakte Gottesspekulationen haben auch eine andere Tücke: Sie lassen sich leicht als Instrumente von Ideologien missbrauchen. Wenn die kritische Überprüfung von Glaubensinhalten an der Geschichte fehlt, dann wird alles denkbar und alles möglich. Dann kann das Christentum zur elitären Geheimwissenschaft werden und zum Unterbau für politische Ideologien aller Art.

Einen positiven Aspekt hat allerdings der Gedanke an „was Höheres": Er knüpft an die Tradition der „negativen Theologie" an. Negativ in dem Sinne, dass sie Ernst macht mit der Auffassung: Alles Reden über Gott greift zu kurz. „Gott lässt sich nicht auf eine begrenzte Identität festlegen", schrieb der Theologe Hermann Häring einmal. „Weder die genaueste noch die frömmste Theologie kann uns sagen, wer oder was er eigentlich ist."

Solche „negative Theologie" ist teilweise ein Reflex darauf, dass in Familien, Gemeinden und Schulen allzu bildhaft, nämlich menschlich-allzumenschlich über Gott gesprochen wurde.

Grundsätzlich gilt: Christlicher Glaube ist „nicht das Werk menschlichen Nachdenkens" (Evangelischer Gemeindekatechismus), sondern eine beobachtbare, beschreibbare Reaktion auf Gottes Gnadenangebot.

Sie lässt sich unter anderem ablesen an so konkreten Dingen wie: die Feinde zu lieben, Hungrige satt zu machen, Weinende zu trösten, überhaupt barmherzig zu sein. Ob die Gedanken an „was Höheres" als Glauben zu verstehen sind, erweist sich nicht zuletzt an ihren Folgen. Auch in dieser Hinsicht gilt: Glauben ist immer konkret.

Eduard Kopp

Kurt E. Sievers
am 1. Juli 2007 um 23:42
Ich glaube an schöne Frauen, ich glaube an dicke Kartoffeln, ich glaube, dass ich im nächsten Monat ein dreifaches Gehalt bekomme. Ich glaube, ich glaube, ich glaube; hauptsache nicht an Gott.
Ludwig Feuerbach wird schon sehen, was für einem Irrglauben er erlegen ist.
Wenn Jesus Christus wiederkommt, darf der Glaube schauen, was er geglaubt hat; dann muss der Unglaube schauen, was er nicht geglaubt hat.
Ich jedenfalls weiss, dass mich nichts trennen kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist meinem Herrn.
Ich freue mich auf die Wiederkehr. Hallelujah !!!
Kurt E. Sievers
am 6. Juli 2007 um 17:01
Ihr Titel: << Ich glaube an was Höheres - reicht das?
Viele tun sich schwer mit jenem Glauben, wie ihn die Kirchen lehren, schreiben Sie. Welchen Glauben lehren denn die Kirchen? Nehmen wir doch mal die katholische Kirche: Ablass, Heiligenbilderverehrung, Sündenerlass, Marienkult etc. Hier könnten wir noch Dutzende von Irrlehren anführen. Alle führen NICHT zu Gott !!!
Ja, ja ! Die evangelische Kirche lächelt dazu; doch auch sie hat keinen Grund das Haupt zu erheben. Wer Gleichgeschlechtliche mit Gottes Segen belegt, muss sich nicht wundern, wenn o.g. Meinung entsteht.
Wir haben vor einiger Zeit drei ev. Pastoren gefragt, wie "man" in den Himmel kommt. Folgende, durch Zeugen belegbare, Antworten kamen dabei heraus:
1. Pastor: "Das muss ja jeder selber wissen."
2. Pastor: "Mensch, es ist dir gesagt, was gut ist."
Der 3. Pastor wusste garncht wovon wir gesprochen haben.
DAS ist der Zustand der Staatskirchen.
Staatskirchen deshalb, weil es keine Trennung von Staat und Kirche in Deutschland gibt; denn die Pastoren sind ja Beamte.
Dann darf sich auch keiner wundern, über den desolaten Zustand. Wenn ich Martin Luther wäre, dann würde ich die ev. Kirche erneut reformieren.
Nein, die Staatskirchen bringen kein Heil mehr; vielleicht sagen sich dann die Gläubigen, dann gehen wir in die Freikirchen, dort wird Gottes Wort gelehrt und mir gesagt, wie ich den Weg zu Gott finden kann.
Was habe ich denn davon, wenn ich die ganze Welt gewönne und würde Schaden an meiner Seele nehmen.
Nein, nein und nochmals NEIN !!!
Und wenn es mich zwanzig Hälse kostet, ich muss GOTT mehr gehorchen als den Menschen.
Im Philipperbrief 2: 14 steht: << Tut was Gott gefällt, ohne Wenn und Aber.
Noch Fragen?
Jürgen
am 25. Februar 2008 um 18:33
Selbstverständlich reicht das um in die Hölle zu kommen.
Ich gehe jeden Sonntag zur Kirche, gebe mein (90%) Geld zu den Armen, helfe allen alten Menschen über die Straße, vielleicht auch noch was Geld zu Winterhilfswerk da ich ja an was Höheres glaube. Alle meine freie Zeit restoriere ich dann noch alte Kirchen ... und dann sterbe ich.
Selbstverständlich Gott-los.
Habe ich nicht diesen Weg gewählt ???
Wenn mein Kühlschrank nicht arbeitet oder der Computer dann sehe ich die Gebrauchsanweisung nach.
Wenn ich aber in den Himmel will sehe ich DIE Gebrauchsanweisung nach, und was sagt DERJENIGE der dies geschrieben hat ???
Well, sieh es doch slber nach.
Johannes 3:3 und 14:6
Jetzt mußt du dich natürlich entscheiden. Entweder hast du Recht oder ER !!
Bert
am 20. Mai 2009 um 22:35
Na, wenn Herr Sievers das Kind eines
Mormonenpaars wäre, würde er vermutlich
dessen Glauben haben,eben übergestülpt.
Glaube bedeutet : nicht Wissen !
Warum aber werden pädophile Priester
geduldet? Wir glauen an das Gute ?
Hallejuja Inschallah !
horn
am 15. Juni 2009 um 01:33
Herr Sievers versteht es einfach nicht!!!!!
Die Wiederkunft wird niemals stattfinden!!Sie kann es nämlich nicht.Die wahre Bedeutung der Wiederkunft Christi ist die Wiederkunft von Liebe ,Frieden ,Weisheit,Verständnis und Wohlwollen in den Gemütern und Herzen der Menschen.Es ist die Geburt Gottes und seiner Liebe in unseren Herzen und Handlungen.Die göttliche Gegenwart kann nicht kommen oder gehen.Sie ist allgegenwärtig.Es wird kein Mann aus den Wolken heraus erscheinen ,in einem Triumpfwagen,flankiert von Engeln,um Sie zu oder jemand anders zu erlösen.Das ist pures Geschwätz,blanker Unsinn.Der Erlöser ist in Ihrem Innern-die Gegenwart Gottes.
risin
am 28. Juni 2009 um 20:52
Sowas wie der Glaube an Jesus ist einfach
nicht stimmig. Die Menschen wissen nichts,
beharren auf irgendwelchen Erfahrungen, die
sie gemacht haben.
Jeder macht Erfahrungen der Synchronizität
und des Glücks. Manchmal treffen Sie zusammen
mit solchen Glaubensvorstellungen.
Man, die Christen haben ein übersteigertes
Ego. Darum lieben sie diesen Weg.
Aber nur wenn das Ego verschwindet, werden
die Wahrheit und die wahre Identität
offenbar!
risin
Jochen
am 18. Dezember 2009 um 19:38
horn sagt: Die wahre Bedeutung der Wiederkunft Christi ist die Wiederkunft von Liebe ,Frieden ,Weisheit,Verständnis und Wohlwollen in den Gemütern und Herzen der Menschen
Aber, aber horn was ist das denn für'n Unsinn ?
Schau dir doch mal die Welt an. Wird es besser ? Krieg, Krieg, Krieg und noch mehr Krieg. Wenn man denkt jetzt bricht endlich der Frieden aus kommt der nächste Krieg. Nein, nein. Das einzigste was sich verbessert sind Waffen. Glaubst du nicht ? Warte ab, nicht mehr lange.....
Wenn es wahr ist daß die Wiederkunft nicht statt findet ist Gott ein Lügner und du hast Recht. Auch dazu sage ich: Abwarten .....

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