Wie wird man Messias?

Das hängt davon ab, ob man damit einen jüdischen König oder einen amerikanischen Präsidenten meint


„Messias gesucht. Für die Position eines/r Königs/Königin suchen wir eine kommunikationsstarke Persönlichkeit mit Führungskompetenz und Überzeugungskraft. Er/sie sollte in der Lage sein, Menschen für ihre/seine Visionen zu begeistern und Konflikte zu schlichten. Gefordert wird übermenschlicher Einsatz zum Aufbau einer neuen Gesellschaft. Wunder und Überstunden im göttlichen Auftrag werden nicht extra vergütet."

Wie wird man eigentlich Messias? Heutzutage manchmal schon dadurch, dass man in Zeitungskommentaren dazu hochgeschrieben wird, wie es dem neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama geschieht. Obama müsse bald zeigen: „Kann ein Messias auch regieren?" („Die Zeit"). Journalisten machen „geradezu messianische Hoffnungen" aus, erkennbar daran, dass ein Amerikaner „Kandidat der ganzen Welt" geworden sei („Die Zeit"). Da weht über dem Wahlergebnis auch schnell mal ein „Hauch von Erlösung" („FAS").

Ein Messias im religiösen Sinn ist etwas anderes als ein Mensch, der mit seinem Charisma Menschenmengen begeistert. Einen Messias zeichnet zunächst einmal  eine zugleich religiöse und politische Vision aus, die er im Auftrag und mit Unterstützung Gottes verwirklicht. Messias, wörtlich übersetzt: Gesalbter, ist historisch gesehen meist ein König. Die Salbung bei seiner Inthronisation verleiht ihm geradezu göttliche Autorität, er gilt damit als sakrosankt, also allem politischen Streit und allen Anfeindungen entzogen. Gerade das wird man Obama und der amerikanischen Demokratie nicht wünschen.

Besonders wichtig ist die Fähigkeit eines Messias, die Gesellschaft zu versöhnen. Im Blick auf den Rassismus könnte Obama dies gelingen. Symbolisch hat es sich mit seiner Wahl bereits angekündigt, die politische Realität muss dem nun folgen, zum Beispiel durch bessere Berufs- und Bildungschancen für die Farbigen. Die Versöhnung der Gesellschaft ist in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht eine Riesenaufgabe. Ein Messias aber weckt die Hoffnung, die bestehende Ordnung zu überwinden und an ihrer Stelle eine Ordnung allumfassender Gerechtigkeit und des Glücks zu errichten. Er besiegt die dunklen Mächte und Gewalten, die sich diesen Veränderungen entgegenstellen.

Der Messias, wie ihn die Bibel kennt, ist ein Nachkomme des großen Königs David, von dem auch Jesus von Nazareth abstammen soll. Auch als das davidische Königtum von der politischen Bühne verschwunden war, erlosch die Hoffnung auf einen solchen Gesalbten nicht, sie war jetzt aber nicht mehr beschränkt auf Mitglieder dieses Königshauses. Juden hoffen weiter auf einen Messias. „Die jüdische Messias­erwartung ist die eines irdischen Herrschers geblieben, der die konkrete Welt ideal umgestalten wird, dessen Kommen aber noch aussteht", vermerkt das „Wörterbuch des Christentums".

Und im Christentum? Im Neuen Testament wurde die Bezeichnung zu einer Bekenntnisformel: Kein zukünftiger König, sondern ein Bußprediger, aller Königsmacht abhold, erhielt diesen Titel. Allerdings stritten sich Generationen von Bibelwissenschaftlern darüber, ob Jesus für sich selbst in Anspruch nahm, Messias, oder - was als Hoheitstitel dasselbe bedeutet - „Menschensohn" zu sein. Heute ist es weitgehend unstrittig: Von einem Messias Jesus ist erst seit der Auferstehung die Rede, er selbst ließ sich so nicht nennen. Bereits vor sechzig Jahren brachte es der Theologe Rudolf Bultmann so auf den Punkt: „Jesus ist nicht als König aufgetreten, sondern als Prophet und Rabbi. Nichts von der Macht und Herrlichkeit, die nach jüdischer Vorstellung den Messias charakterisiert, ist im Leben Jesu verwirklicht."

Zum christlichen Glauben gehört im Kern die Passion Jesu. Jesus hat, anders als ein herkömmlicher Messias, nicht nur sein Augenmerk auf die Schwächsten der Gesellschaft gerichtet - er teilte ihr Leben. Er überwand die gesellschaftlichen Gräben, indem er bei den Geächteten und den Kranken lebte. Dafür hat der neue Messias im Weißen Haus, trotz seines Programms der nationalen Aussöhnung, weder Zeit noch Gelegenheit. Und dass er im direkten Auftrag Gottes handele, wird er sicherlich auch nicht denken.

Eduard Kopp

 

dr. Kiworr
am 21. Januar 2009 um 19:37
Dr. med. Michael Kiworr, Speyererstraße 35, 68199 Mannheim
mkiworr@gmx.de
Mannheim, den 21.1.2009
Laserbrief zum Heft 1.2009
Sehr geehrter Damen und Herren der Zeitschrift Chrismon
Voller Enttäuschung lese ich Ihr Heft als Gratisausgabe einer großen Zeitung. Ent- Täuschung im wahrsten Sinne des Wortes, denn so viel Oberflächlichkeit und Nichtigkeiten entlarven die Täuschungen in der evangelischen Kirche sehr deutlich: Mit dem Christentum hat ihr Heft etwa so viel zu tun wie die Arbeiterwohlfahrt oder ein Kegelclub.
Jesus Christus, den Erlöser und Messias, durfte in Ihrem Heft leider gar nicht zu Wort kommen und wurde auch kaum erwähnt. Wohl aber den umstrittenen Bultmann mit all seinen Irrtümern- „religiöse Fragen?“-Ja, aber bei Bultmann findet man wohl kaum Antworten. Wie so oft hat er sich auch hier geirrt: Bultmann und ihrem Autor Eduard Kopp scheint die Bibel recht unbekannt zu sein: Von vielen Stellen, wo Jesus sich durchaus als der Messias, der Gesalbte, bezeichnet, sei mit Johannes 4, 25-26 eine herausgegriffen: Die Frau (aus Samaria) spricht zu Ihm (Jesus): Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn dieser kommt, wird Er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin´s der mit dir redet!“ Hat sich Jesus oder Bultmann geirrt?
Obama hat sicher nichts mit dem Messias zu tun, aber vielleicht können sie die Frage beantworten, was Christus und der Messias alleine von der Wortbedeutung miteinander zu tun haben? Bzgl. Ihrer Berichte über Anfassen, Tsunami- Opfer, Tatoos oder Seeleute gibt es bessere Berichte in anderen Medien- darf man von einem evangelischen Heft nicht wenigstens ansatzweise Unterschiede zu nichtchristlichen Berichten oder die Beschäftigung mit Jesus Christus erwarten?! Sie berichten von einer iranischen Richterin, die zugibt selber an dem jetzigen Regime und ihrer Verfolgung mit verantwortlich zu sein, die Ursachen aber nicht im Koran erkennt, sie küren eine Muslimin mit einem „evangelischen Toleranzpreis“? Das Leid dieser Frau will ich nicht in Abrede stellen- aber welche Muslime würden in muslimischen Ländern Christen küren? Warum berichten sie nicht über Christen, die ihr Leben in anderen Ländern riskieren, um andere Menschen mit dem Erlöser Jesu und der damit verbundenen Freude bekannt zu machen und Preise noch viel mehr verdient hätten? Zum Beispiel Christen im Iran, die wissen, daß Jesus Christus der einzige Weg zu Gott ist (Joh 14,6), oder der christlich- palästinensische Besitzer eines christlichen Buchladens im Gazastreifen, der vor einem Jahr hingerichtet wurde? Es gäbe viele Beispiele von mutigen Christen, die Christus kennen und bezeugen- im Gegensatz zu Ihren Autoren, die zu feige sind, über Jesus zu schreiben.
Kennen Sie Jesus Christus? Wenn ja- warum berichten Sie nicht von Ihm und geben diese Freude weiter (z.B. nach 1.Joh. 1,3-4?)
Solange das aber nicht so ist, kann ich nur weiterhin froh sein, aus der evangelischen Kirche ausgetreten zu sein, weil ich Christ bin.
Ich freue mich, wenn Sie den Mut haben, diesen Leserbrief abzudrucken und freue mich auf Ihre Antwort, mit durchaus freundlichen Grüßen, Ihr Dr. Michael Kiworr
Jürgen Sievers
am 26. Januar 2009 um 02:46
Eins ist sicher, Obama ist nicht der Messias und kein Mensch kann das je werden.
Jesus ist der kommende König aller Könige und wird nicht abtreten und wir können ihn auch nicht raus schmeißen.
Die Leute die am Ende um Jesus herum sind werden alles von Neuem geborene Christen sein, und wie Dr. Kiworr es schreibt,
von der damit verbundenen Freude ergriffen sein, IHN zu kennen.
Obama ist für Abtreibung und benutzt Steuergelder dazu es in der ganzen Welt zu verbreiten.
DAS wurde ja natürlich NICHT am Fernsehen gezeigt.
Abwarten. Bald wird man Amerika nicht wieder erkennen.
Das Problem ist nicht die Wirtschaft oder die Geldprobleme. Nein, die Probleme sind dieselben seit dem ersten Tag.
Probleme zwischen Gut und Schlecht, also geistliche Probleme. Es sieht so aus als ob sich alles zuspitzt.
Kann es sein daß Jesus Recht hatte ?
Wenn man Matthäus 24, Lukas 21 und Offenbahrung liest dann kann man nur zu einem Schluß kommen.
So, mach sicher daß du von Neuem geboren bist, daß dein Name im Buch des Lebens ist und du
hast den Heiligen Geist erhalten.
Alles was die Welt zu bieten hat wird verbrennen.
Das Leben ist so kurz, so schnell wird's vergeh'n. NUR was für Jesus getan ist, das bleibt besteh'n.
Kurt E. Sievers
am 28. Januar 2009 um 18:11
Hitler hat einmal gesagt:"Es ist herrlich, in einer Zeit zu leben, die dem Menschen so große Aufgaben stellt."
Ich, Kurt E. Sievers aber sage:" Wahrlich es ist herrlich in einer Zeit zu leben, in der man Jesus Christus alle Ehre geben und ihn anbeten darf, weil man ihn kennt." Ja, der Heilige Geist führt uns schon auf den richtigen Weg. Denn, wer den Weg der Wahrheit geht stolpert nicht.
Wenn ich mir die beiden Berichte von Dr. Kiworr und meinem Bruder Jürgen durchlese, wird es mir richtig warm um's Herz.
Kein Geschwafel, wie bei Sekten zu hören ist, über einen angeblichen Stellvertreter.
Es kann auch garnicht anders sein, wenn man die Wahrheit kennt, dann kann man nur zu dem Schluß kommen, so wie es in der Apostelgeschichte 4:12 steht:
" Jesus Christus und sonst keiner kann die Rettung bringen. Auf der ganzen Welt hat Gott keinen anderen Namen bekannt gemacht, durch den wir gerettet werden könnten."
Jürgen hat es in seinem ersten Satz schon klar und deutlich gesagt, wer Messias werden kann.
Deshalb gilt: Verlaß dich nicht auf Sekten, die dir einen anderen Messias oder Stellvertreter verheißen, oder dir gar Sünden vergeben wollen, denn das kann nur Gott. Hallelujah
Katholikin
am 16. Februar 2010 um 21:28
Wenn man Kettenbriefe nicht weiterleitet, ist man auch eine Art Messias. Man nimmt ewiges Liebes- und Lebenspech und anderes Leid auf sich, um die nervigen Dinger zu stoppen, damit der Rest der Welt davon verschont bleibt :-))

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