Über Zweifel - und Chancen

Hui, wie schön, der erste Kommentar hat mich bereits erreicht! Danke!

Er befasst sich mit einem Thema, das mich im Vorfeld dieses Blogs schon häufig beschäftigt hat: "arbeitslos erworbenes Vermögen". Damit sind keine Menschen ohne Arbeit gemeint, sondern solche, die unheimlich viel Geld haben - durch Fleiß erworben, von den Großeltern geerbt etc. Auf jeden Fall haben sie so viel Geld, dass sie es als Investment für sich arbeiten lassen können, ohne selbst noch einen Finger zu krümmen. Ich habe einmal gelesen, dass Investoren, die in den achtziger Jahren Geld an der Börse abgelgt habe, eine ungeheuer hohe Rendite erzielt haben - trotz aller Kurseinbrüche wie zum Beispiel am 11. September. Ich finde das bedenklich. Und irgendwie ungerecht. Denn es bedeutet: Wer in den 80ern clever und reich war, ist nun noch reicher. Menschen, denen es mangels Masse an dieser Möglichkeit gemangelt hat, sind weiter auf Erwerbsarbeit angewiesen - und die ist seitdem eher knapper geworden.

Aber trotz aller Zweifel: Bis zum jetzigen Stand der Geschichte hat sich das marktwirtschaftliche System als die effizienteste Ordnung erwiesen. Die kalte Logik dieses Systems macht auch mir Angst. Aber gibt es eine Alternative? Ich denke, Sie kann nur darin bestehen, dass man Einfluss auf das Kapital nimmt; dass man vorangeht und zeigt: Man kann mit gutem Gewissen Geld verdienen. Ich denke, es gibt viele Menschen, die ein Interesse daran haben und die auch auf ein paar Prozentpunkte an Zinsen - also Risikoabsicherung - verzichten würden. Werden es immer mehr, wird sich "das System" als Ganzes ändern müssen.

Leider steckt der Teufel im Detail: Ich wollte heute in einer stinknormalen, regionalen Tageszeitung des Kurs von Ökofonds recherchieren. Ist mir nicht gelungen. DWS, Gerling und und und - alle möglichen Anbieter waren sie aufgelistet. Für mich war nichts dabei. In den nächsten Tagen werde ich mal ein paar Bankfilialen aufsuchen. Vielleicht werde ich dann schlauer sein...


Ich fange jetzt endlich an!

Dieser Selbstversuch beginnt mit einem ehrlichen Geständnis: Wenn ich zur Tageszeitung greife, lese ich zuerst den Sportteil. Dann das Feuilleton. Und wenn mich der Mut nicht verlassen hat, kommt noch der Politikteil. Anschließend bin fertig mit der Welt. Für den Wirtschaftsteil reicht es nur noch ganz, ganz selten. Für diese langweiligen Zahlenkolonnen im Finanzteil, für die trockenen Berichte über irgendwelche Aktiengesellschaften, über Manager, die keiner kennt – nein, dafür war mir meine Lebenszeit zu schade, ehrlich gesagt.

Aber ich ahne: Das ist ein großer Fehler. Der Chor der Menschen, die mir das „Ohne Vorsorge ist deine Rente nie im Leben sicher-Lied“ vorsingen, ist nicht mehr zu überhören. Ich muss etwas tun. Aber was?

Geld beiseite legen, am Wachstum der Wirtschaft profitieren – das geht mit Aktien und durch Teilhabe an Fonds. Soweit reicht mein Wissen gerade noch. Aber was genau geschieht mit meinen Einlagen. Wer profitiert davon?

Ich meine, die Rechnung ist doch einfach: In Deutschland arbeiten fast 40 Millionen Menschen. Nehmen wir an, jede und jeder von denen zahlt im Monat nur zehn Euro in irgendeinen Fonds. Das sind im Monat 400 Millionen Euro! Sind  4,8 Milliarden Euro pro Jahr, und das nur, weil alle brav Altersvorsorge betrieben haben.

Aber was geschieht mit all dem Geld? Wandert es in die Rüstungsindustrie? Hilft es Firmen, die Kinder für sich arbeiten lassen? Werden davon Atomkraftwerke gebaut? Oder Dreckschleudern, die ohne Ende Kohlendioxid in die Atmosphäre pusten?

All das sind Dinge, die ich nicht will. Ich will ein ethisches, nachhaltiges, ökologisch korrektes Investment. Denn vielleicht ist es ja so: Nichts verändert die Welt mehr als das Geld. Ich fange jetzt damit an und freue mich auf Ihre Kommentare, Anregungen und Kritik!

Bis bald!



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